Karadzic-Festnahme erneut gescheitert

1. März 2002, 19:43
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Bosnien-Friedenstruppe "tief enttäuscht"

Belgrad/Sarajewo - Die Bosnien-Friedenstruppe Sfor hat auch am Freitag vergeblich versucht, den früheren Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, festzunehmen. "Wir sind tief enttäuscht", sagte Sfor-Sprecher Daryl Morrell in Sarajewo. Die Fahndung werde jedoch fortgesetzt.

Laut Belgrader Medien verlief die Aktion am Freitag mit weniger Gewalteinsatz als am Vortag, als Sfor-Soldaten im Dorf Celebici bei Foca gewaltsam in Häuser, aber auch in die Dorfkirche eindrangen. Einem nicht bestätigten Bericht der Belgrader Boulevardzeitung Nacional zufolge sollen dabei "mindestens zwölf Sfor-Soldaten und Angehörige der Schutztruppe von Karadzic ums Leben gekommen" sein.

Der serbische Vizepremier Nebojsa Covic hat einen Anschlag auf die Zentrale der Demokratischen Partei Serbiens (DSS) in Belgrad mit der versuchten Festnahme von Karadzic in Zusammenhang gebracht. Der Anschlag auf die Zentrale der Partei von Jugoslawiens Präsidenten Vojislav Kostunica am Vorabend sei ein Produkt des "Patriotismus als Beschäftigung", wurde Covic am Freitag vom Belgrader Sender B-92 zitiert. Unbekannte hatten zwei Handgranaten gegen den Eingang des Gebäudes geworfen. Verletzt wurde niemand. (APA, red, DER STANDARD, Printausgabe, 2./3.3.2002)

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