Inflationsrate stieg im Jänner auf 2,1 Prozent

28. Februar 2002, 14:44
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Vorläufige Februar-Berechnungen besser

Wien/Luxemburg - Der Preisauftrieb hat sich in Österreich im Jänner wieder etwas beschleunigt, wobei sich Nahrungsmittel, vor allem Frischgemüse als Preistreiber erwiesen. Im Jahresabstand stieg die Inflationsrate auf 2,1 Prozent, nach 1,9 Prozent im Dezember, wie die Statistik Austria am Donnerstag bekanntgab. Im November hatte die Teuerungsrate noch 2,1 und im Oktober 2,5 Prozent im Jahresabstand betragen. Im Vergleich zum Vormonat Dezember erhöhte sich das Preisniveau um 0,3 Prozent. Der für die Euro-Zone zu berechnende österreichische Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) war im Jänner im Jahresabstand mit 2,0 Prozent ebenfalls höher als im Vormonat (+1,8 Prozent), lag aber etwas unter dem nationalen VPI.

Für die Preissteigerung beim nationalen VPI von +2,1 Prozent im Jahresabstand war im Jänner allein zu einem Drittel der Bereich Nahrungsmittel (+4,7 Prozent) verantwortlich. Weiters trugen mit je einem Zehntel die Sektoren "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (+3,0 Prozent), "Erziehung und Unterricht" (+30,5 Prozent) und "Wohnen" (+1,2 Prozent) zur Inflationsrate bei.

Teures Gemüse

Bei Nahrungsmitteln gab es etliche Preissteigerungen bei frischem Gemüse ohne Kartoffeln (+25 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (5 Prozent) und bei Milch, Käse und Eiern (6 Prozent) statt (z.B. Pressschinken +7 Prozent, Extrawurst +6 Prozent, Vollmilch +11 Prozent, Emmentaler +9 Prozent). Bei Erziehung und Unterricht schlug weiter die Einführung der Studiengebühr durch, die laut Statistikern noch bis September die Inflationsrate um 0,2 Prozentpunkte nach oben treiben wird. Beim Wohnungsaufwand war mit +3 Prozent v.a. Material ur Wohnungsinstandhaltung auffällig. Auch die Betriebskosten für Mietwohnungen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent.

Im Jahresabstand billiger wurden Verkehr (-0,5 Prozent) und Nachrichtenübermittlung (-0,1 Prozent). Im Bereich Verkehr gab es bei den Treibstoffpreisen weiterhin einen stark sinkenden Verlauf gegenüber dem Vorjahresniveau (Diesel -12 Prozent, Super- und Normalbenzin -7 Prozent). Bei der Nachrichten-übermittlung wirkten die Telefondienstleistungen (-1 Prozent; Festnetz Gesprächsgebühr -3 Prozent, Festnetz Online-gebühr -3 Prozent), inflationssenkend.

Teuere Nahrungsmittel

Die größten Preissteigerungen zum Vormonat Dezember gab es bei der Gruppe "Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke" (insgesamt +2,6 Prozent). Hier war es primär aus dem Mittelmeerraum importiertes Gemüse und Obst, das laut Statistik Austria wegen der schlechten Wetterlage einen drastischen Preisschub zu verzeichnen hatte. Preise für Frischgemüse legten um 24 Prozent zu. Darin sind Extremfälle wie Salat (+58 Prozent) enthalten, Karfiol und Zucchini sind sogar um fast die Hälfte teurer als noch vor einem Monat.

Im Bereich "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" waren im Vergleich zum Dezember Preissteigerungen bei Dienstleistungen zum Sozialschutz (+4 Prozent; u.a. Heimhilfe +35 Prozent, Seniorenheim +2 Prozent) festzustellen, und es wurden diverse Versicherungsprämien um durchschnittlich +1 Prozent teurer. Im Vergleich zum Vormonat Dezember die größten Preissenkungen gab es bei "Bekleidung und Schuhe" (-3,3 Prozent wegen Winterschlussverkauf), "Nachrichtenübermittlung" (-0,9 Prozent), "Freizeit und Kultur" (-0,7 Prozent) und "Verkehr" (-0,4 Prozent).

Februar-Berechnungen

Im Februar ist die Inflationsrate in Österreich nach vorläufigen Berechnungen der Statistik Austria im Jahresabstand auf 1,9 Prozent gesunken. Ein großer Teil der Preismeldungen für den laufenden Monat sei bereits verarbeitet, begründeten die Statistiker am Donnerstag diese frühe Bekanntgabe. Allerdings könnten die noch ausständigen Preismeldungen theoretisch noch eine Korrektur dieses Wertes bewirken. Die Erstberechnung der Inflationsrate bereits im Berichtsmonat stellt eine Premiere dar. (APA)

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