EU arbeitet an Richtlinie zur Verwaltung digitaler Rechte

28. Februar 2002, 10:34
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Neue Technologie soll Kennzeichnung und Feststellung geschützter digitaler Inhalte ermöglichen

Die Europäische Kommission arbeitet zurzeit an einer Richtlinie zur Verwaltung digitaler Rechte mit dem Ziel, Schutz und Verbreitung digitaler Inhalte über das Internet zu fördern. Dazu veranstaltet die Kommission heute, Donnerstag, in Brüssel einen Workshop gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft, verschiedenen Nutzer- und Verbraucherverbänden sowie Journalisten. Thema des Workshops ist die Förderung offener, flexibler und interoperabler Systeme zur Verwaltung digitaler Rechte (Digital Rights Management Systems, DRMS). Die Ansichten und Vorschläge der Interessensgruppen sollen in die neue Richtlinie eingearbeitet werden.

Kennzeichnung und Feststellung geschützter digitaler Inhalte

DRMS sind Techniken zur Kennzeichnung und Feststellung urheberrechtlich geschützter digitaler Inhalte. Sie sind für die Durchsetzung gesetzlich festgelegter Nutzungsbedingungen notwendig. "Inhalte und Kreativität sind für die Informationsgesellschaft und die wissensgestützte Wirtschaft lebenswichtig", sagte Erkki Liikanen, Kommissar für Unternehmen und Informationsgesellschaft. Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein fügte hinzu: "Digitale Technik gibt uns allen die Möglichkeit, die Werke der Rechtsinhaber zu genießen. Die Technik kann Rechteinhaber schützen, aber diese müssen sich darauf verlassen können, dass die Verwaltung digitaler Rechte auch wirklich funktioniert."

Das Problem des Urheberrechts hat sich verändert

Die digitalen Technologien haben die Probleme des Urheberrechts verändert. Einerseits eröffnen sie riesige Märkte für digitale Inhalte, andererseits ergeben sich auch Gefahren (z.B. hochwertige Raubkopien). Die Kommission sieht daher die Nutzung von DRMS vor und erlaubt technische Schutzvorrichtungen. Dabei legt sie auf Interoperabilität und Kompatibilität der verschiedenen Systeme Wert. Große Meinungsunterschiede bestehen bei der Frage, wie solche DRMS umgesetzt werden sollen bzw. welchen Anforderungen sie genügen sollen, um sowohl für Rechteinhaber als auch Verbraucher annehmbar zu sein. Der Workshop hat das Ziel, eine Annäherung dieser Differenzen zu erreichen. (pte)

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