"Es läuft alles bestens"

28. März 2002, 18:34
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Ariane 5 bestand Bewährungsprobe

Paris/Darmstadt - Europas größter Umweltsatellit Envisat ist mit seiner Mission als "Klimawächter" in der Umlaufbahn um die Erde voll im Plan. "Es läuft alles bestens", hieß es am Samstag aus dem Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Darmstadt, das den mit Gesamtkosten von 2,3 Milliarden Euro bisher teuersten Satelliten der ESA steuert.

Eine Ariane-5-Trägerrakete hatte den Umweltsatelliten in der Nacht zum Freitag vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana aus erfolgreich ins All gebracht. In den nächsten Monaten folgt nach Angaben der ESA in Paris nun eine ausführliche Testphase und Ausrichtung der komplexen Instrumente, bevor die ersten verwertbaren Daten geliefert werden.

Die Mission

Nach einer jahrzehntelangen Vorbereitungszeit hatten Wissenschaftler, beteiligte Unternehmen und Politiker den geglückten Start mit großer Erleichterung aufgenommen. An dem 14-Länder-Projekt Envisat ist Östereich stark beteiligt.

Die Mission des 8,2 Tonnen schweren und zehn Meter hohen Erdbeobachtungssatelliten sei auf mindestens fünf Jahre ausgelegt, könne aber bis zu zehn Jahre dauern, erklärte die ESA. In 800 Kilometern Höhe soll Envisat Daten sammeln, die Aufschluss über den globalen Klimawandel, Ozonabbau, Wasseradern in der Wüste, die Verschmutzung der Meere, Entstehen von Wirbelstürmen oder Vulkanausbrüche geben. Ein 70 Quadratmeter großes Sonnensegel, das die Batterien des Satelliten kontinuierlich nachlädt, sei problemlos ausgefahren worden, berichtete Astrium. Das europäische Raumfahrtunternehmen, eine Gemeinschaftsfirma des EADS-Konzerns und der britischen BAE Systems, ist Hauptauftragnehmer des Projekts.

Bewährungsprobe

Für Europas modernste Trägerrakete Ariane 5 war der Envisat-Start eine Bewährungsprobe, die von der Raketenbetriebsgesellschaft Arianespace als voll gelungen bezeichnet wurde. Eine gravierende Panne bei der Mission im vergangenen Juli, als die Oberstufe versagte, hatte für Schlagzeilen gesorgt. Es war der zweite Fehlschlag, nachdem der Jungfernflug der Ariane 5 im Juni 1996 spektakulär scheiterte und die Rakete über dem Meer gesprengt werden musste. Im hart umkämpften Satellitenmarkt soll die leistungsstarke Ariane 5 als "Arbeitstier" der europäischen Raumfahrt eingesetzt werden und das bewährte Vorgängermodell Ariane 4 ersetzen. (APA/dpa)

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