Steirische Ferngas: "Eigentlicher Verlierer der Kooperation"

1. März 2002, 12:23
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Gespräche mit Gaz de France als Lieferanten

Graz - Die Steirische Ferngas wäre bei einer Zusammenarbeit mit der neu entstandenen Gas-Kooperation der OMV mit fünf Versorgern aus Wien, Nieder- und Oberösterreich sowie dem Burgenland der eigentliche Verlierer gewesen, kommentierte Estag-Vorstand Adolf Fehringer gegenüber der APA die neue Situation am Gasvertriebsmarkt. Wiengas hätte keine Großkunden, die EVN andere Strukturen als die Estag-Tochter Ferngas, folglich hätte die Kooperation laut Fehringer das Sagen gehabt. Die Verhandlungen mit der Gaz de France über eine eigene Vertriebsschiene und eventuelle Gaslieferungen seien weit gediehen, so der Vorstand.

"Wir hätten unseren eigenen Markt aufgegeben", ist sich Fehringer sicher. Man tue "jetzt nicht mit" bei der Kooperation von OMV, EVN, Wiengas, Begas, Oberösterreichische Ferngas und Linz AG, man rede mit der Gaz de France (GdF) als "unserem strategischen Partner". Bei den Gesprächen zur Kooperation der fünf Versorger mit der OMV sei man ja eingeladen gewesen, "Oberösterreichische und Steirische Ferngas hätten dabei aber verloren". Man hätte 80 Prozent des Marktes verloren, bei einem Absatz von 1,1 Mrd. Kubikmetern als viertgrößtes heimisches Gasunternehmen.

Heikle Verbindung zum Vorlieferanten OMV

"Heikel" sei die Verbindung zum Vorlieferanten OMV, so der Vorstand der Energie Steiermark Holding AG. "Die OMV könnte die jetzige Konstellation favorisieren," habe aber auch gesagt, dass sie ein gutes Kundenverhältnis mit der Steirischen Ferngas wünsche. "Sollten wir sehen, dass sich die Kundenverhältnisse ändern, werden wir unsere Beziehung überdenken", stellte Fehringer die Rute ins Fenster.

Die Liberalisierung vergangenen Oktober habe die Ferngas keineswegs unvorbereitet getroffen: Bei den Gesprächen mit der GdF sei sehr viel vorangegangen, meinte Fehringer. Innerhalb von zwei bis drei Monaten wäre hier eine verstärkte Beziehung möglich. Man werde sehen, zu welchen Bedingungen man Gas beziehen wolle. Der Spielraum ist dabei laut Fehringer auf der Lieferantenseite keineswegs eingeschränkt, nannte Fehringer Ruhrgas und die zum italienischen Energiekonzern ENI gehörende Snam genannt. (APA)

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