Tirol: Qualifizierungsmodell gegen Pflege-Notstand

27. Februar 2002, 19:25
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Ausbildungsangebot für Arbeitslose

Innsbruck - In Tirol soll mit einer "Qualifizierungsoffensive" einem drohenden Notstand in der Altenpflege und Pflegehilfe begegnet werden. Der Tiroler Beschäftigungsverein (TBV), eine Einrichtung der Arbeiterkammer und des Landes, hat dazu mit dem AMS die erste Tiroler Implacement-Arbeitsstiftung gegründet.

Während Outplacementstiftungen Ausbildungen für Arbeitslose aus krisengeschüttelten Branchen (etwa im Speditionswesen) oder Betrieben anbieten, orientieren sich Implacementstiftungen am Bedarf von Arbeitskräften in speziellen Berufsfeldern.

Nach Angaben der Landessanitätsdirektion werden in Tirol bis 2004 an die 300 Altenpfleger und Pflegehelfer fehlen, sagt TBV-Geschäftsführerin Maria Steibl. Andererseits gebe es großes Interesse von erwerbslosen Personen, besonders von Frauen ab 35, an Tätigkeiten im Sozialbereich. "Viele können sich aber Qualifizierungen nicht leisten".

Ab Sommer bietet die Stiftung eine Ausbildung in Altenpflege (zwei Jahre) und eine für Pflegehilfe (14 Monate) an. Das Angebot gilt für Arbeitslose oder Wiedereinsteigerinnen. Zudem gibt es begleitendes Coaching und Hilfe bei der Arbeitssuche.

Bei Wiedereinsteigern bezahlt die Stiftung den Lebensunterhalt, bei Arbeitslosen mit niedrigem Bezug die Differenz auf den Durchschnittsbezug der Zielgruppe (581 Euro/8000 Schilling), zudem ein Stipendium von 43,60 Euro sowie die Hälfte der Reisespesen und Lehrmittel. Die Kosten tragen das AMS (50 Prozent), das Land (25 Prozent), TBV und die Einrichtungen finanzieren den Rest. (bs/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.2.2002)

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