Verzetnitsch: Hinter Postgewerkschaft

27. Februar 2002, 18:09
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Betriebsrat hat Rückendeckung von ÖGB - womöglich Warnstreiks in den nächsten Wochen

Wien - Im Streit mit dem Vorstand um die geplante Fünfteilung der Post in die Bereiche Werbesendungen, Zeitungszustellung, Brief, Schalter und KEP (Kurier-Express-Paket) haben die Betriebsräte in der Post nun klare Rückendeckung von ÖGB erhalten. "Der ÖGB steht hinter der Postgewerkschaft", sagte der Präsident des Gewerkschaftsbunds, Fritz Verzetnitsch, am Mittwoch zur APA. Es gehe um tausende Arbeitsplätze und um die Nahversorgung der österreichischen Bevölkerung.

Warnstreiks

Laut Angaben der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "News" könnte es bereits in den kommenden Wochen zu ersten Warnstreiks in der Post kommen. Anfang übernächster Woche sollen - wie berichtet - regionale Urabstimmungen abgehalten und die Postmitarbeiter dabei zu möglichen Kampfmaßnahmen befragt werden.

Zunächst sollen dann Betriebsversammlungen abgehalten werden. "Schon wenige Tage darauf ist ein Warnstreik von ein bis drei Stunden geplant", berichtet das Magazin. Sollten diese Maßnahmen nicht zur Rücknahme der Post-Neuorganisation führen, "soll der postinterne Generalstreik ausgerufen werden". Die Postgewerkschaft will diesen Zeitplan offiziell aber nicht bestätigen.

Einspruch

Erste Maßnahmen hat der ÖGB aber bereits gesetzt. Wie berichtet, hat der Gewerkschaftsbund vergangenen Freitag die staatliche Wirtschaftskommission angerufen und Einspruch gegen die Wirtschaftsführung des Unternehmens eingebracht. "Die Argumente der Postgewerkschaft rechtfertigen diesen Schritt", so Verzetnitsch am Mittwoch. Der ÖGB-Präsident erwartet von der Kommission nun, "dass sie zügig zu einem Ergebnis kommt".

Die Postgewerkschaft wirft dem Vorstand vor, mit der neuen Spartenorganisation langfristig 11.000 Arbeitsplätze zu gefährden und auf Grund des Wegfalls von Synergien Mehrkosten in Höhe von 250 Mill. Euro (fast 3,5 Mrd. S) zu verursachen.

Aus Gewerkschaftskreisen heißt es allerdings, dass es nicht um die konkreten Zahlen gehe, sondern vielmehr darum, dass der Post-Vorstand bereits mit 1. Juli dieses Jahres ein Organisationsmodell implementieren wolle, zu dem es bisher noch keine konkreten Plan gebe. Ein Business-Plan soll erst im Mai, ein erstes Umsetzungskonzept Ende März vorliegen. Dass die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat dem Vorstandvorhaben zur Spartenteilung bereits zugestimmt hätten, sei angesichts dessen "unverständlich", heißt es aus den Kreisen. (APA)

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