Italiens Regierung demontiert Filmförderung

7. März 2002, 21:02
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Und ein offener Protestbrief englischer Filmschaffender

Italians Filmindustrie soll fast die Hälfte der staatlichen Zuschüsse verlieren. Berlusconis Kulturminister Giuliano Urbani hat eine Reduktion von 97, 5 Millionen Euro (2001) auf 55, 5 Millionen (2002) als "Notmaßnahme" verfügt, berichtet Screen Daily.

Hintergrund ist eine massive Umschichtung innerhalb des insgesamt um 15,5 Millionen Euro gekürzten Bugets für die darstellenden Künste. Die Theater sind die großen Gewinner mit einer Steigerung von 88,5 auf 120 Millionen Euro, die Opern verlieren geringfügig (240 Millionen statt 247).

Die Regierung plant parallel dazu, Gesetzesvorschläge zur Förderung von Privatinvestitionen in den Filmsektor einzubringen - primär Modelle zur Steuerabschreibung und Bildung von Investitionsfonds. Zu erwarten ist eine geringere Anzahl der ungeachtet internationaler Erfolge mäßig rentablen Autorenfilme und, wie bei der zeitweiligen deutschen Fonds-Euphorie, ein Boom an eher seichten Komödien.

Indessen hat in England eine Initiative von Filmschaffenden (u.a. die Schauspieler Rupert Everett und Colin Firth und Regisseur Ken Loach) in einem in der römischen La Repubblica und dem Londoner The Independent abgedruckten offenen Brief dagegen protestiert, dass der für seine liberalen Ideen sehr geschätzte Leiter des italienischen Kulturinstituts in London, Mario Fortunato, abgelöst werden soll.
hcl

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