Folsäure besonders wichtig während der Schwangerschaft

27. Februar 2002, 14:02
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Verhindert die Wiederverengung der Herzkranzgefäße

Wien - Folsäure (Vitamin B9, Anm.) ist gut fürs Herz, für die Gefäße, für das Gehirn und in der Schwangerschaft: Fünf Experten betonten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien den hohen Stellenwert des Vitamins. Komme es im Körper zu einem Mangel, führe dies zu einer so genannten Homocysteinämie. Darunter versteht man überhöhte Blutspiegel des Eiweißkörpers Homocystein, einem "Abfallprodukt" des Proteinstoffwechsels. Eine neue Doppelblind-Studie, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, bewies nun eine Senkung des Homocysteins durch Gabe von Folsäure.

"Heute rangiert ein erhöhter Homocysteinspiegel hinter den erhöhten Blutfetten, dem Rauchen, der Hypertonie, dem Übergewicht, Diabetes und Bewegungsmangel als eine unabhängige Risikoerhöhung für die Atherosklerose", erklärte Univ. Prof. Dr. Helmut Sinzinger von der Universitätsklinik für Nuklearmedizin in Wien. Als Ursache für ein erhöhtes Homocystein bezeichnete der Mediziner Rauchen, regelmäßigen Alkoholkonsum, Kaffee, ein höheres Alter, Diabetes, männliches Geschlecht sowie Übergewicht. "Das alleine zeigt schon, wie vernetzt die Risikofaktoren sind", meinte Sinzinger. "Nicht zuletzt führen auch verschiedene Medikamente wie die Pille oder bestimmte Sedative (Beruhigungsmittel, Anm.) zu dem erhöhten Homocystein", meinte der Mediziner.

Das Homocystein und dessen Auswirkung ist auch Gegenstand von Schlaganfallstudien. "Eine zeigte nun, dass die Senkung dieses Eiweißkörpers durch Vitamingabe im Fall von Halsschlagader-Verengung zu einem Stillstand bzw. sogar Rückgang der Plaquebildung geführt hatte", sagte Univ.-Prof. Wolfgang Lalouschek von der Universitätsklinik für Neurologie in Wien. (APA)

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