Medikamente hemmen Fortschreiten der Erkrankung

27. Februar 2002, 14:03
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Neurologe Wenning: Von Beginn an sollten Patienten mit Dopamin-Agonisten behandelt werden

Saalfelden - 40 Jahre nach der "Erfindung" der L-Dopa-Therapie für Patienten mit Morbus Parkinson ("Schüttellähmung") gibt es einen Umbruch in der Behandlung dieser Krankheit, die auf einen Mangel an dem Nerven-Botenstoff Dopamin im Gehirn zurückzuführen ist: Neue Medikamente können sogar das Fortschreiten der Erkrankung hemmen, erklärte am Dienstag der Innsbrucker Neurologe Dr. Gregor Wenning bei der 35. Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer (24. Februar bis 1. März) in Saalfelden.

"Am Beginn der Behandlung sollten Morbus Parkinson-Patienten zunächst einmal immer auf so genannte Dopamin-Agonisten eingestellt werden. Die Therapie mit diesen Medikamenten hat offenbar auch eine protektive (schützende, Anm.) Wirkung", sagte Wenning.

Keine "Wunder" sind jedenfalls von experimentellen Morbus Parkinson-Therapien zu erwarten, die in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt haben: Die Transplantation von Dopamin-produzierenden Zellen von abgetriebenen Föten oder Bemühungen zur "Züchtung" und zur Übertragung von Stammzellen zum Ersatz der im Gehirn der Patienten zu Grunde gegangenen Zellen. Im Vergleich zur wahrscheinlich wirkungsvollsten Morbus Parkinson-Therapie mit der Implantierung eines elektrischen "Schrittmachers" und der Kontrolle der Symptome durch die kontinuierliche Stimulierung bestimmter Gehirnregionen zeigten die Transplantationsversuche bisher keine bessere Wirkung. Laut Wenning ist ein breiter Einsatz dieser Therapien - abgesehen von den ethischen Fragen - noch meilenweit entfernt. (APA)

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