Rhein, Main, Mosel und Saar steigen stündlich um drei Zentimeter

27. Februar 2002, 16:48
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Schifffahrt teilweise eingestellt - Windgeschwindigkeiten bis zu 180 Stundenkilometer

Hamburg - Nach der verheerenden Sturmnacht in Norddeutschland hat sich die Lage am Mittwoch etwas beruhigt.

Hamburger Einsatzkräfte rückten über 1.200 Mal aus

Umgestürzte Bäume, herumliegende Trümmer und umfangreiche Aufräumarbeiten hielten Polizei und Feuerwehr aber auch am Vormittag noch in Atem. In der Nacht mussten allein die Hamburger Einsatzkräfte über 1.200 Mal ausrücken. Am Dienstagabend waren drei Menschen in Niedersachsen und Hamburg von Bäumen erschlagen worden, zahlreiche weitere wurden verletzt. Im Gebiet der Mecklenburger Seenplatte wurde ein Kajakfahrer vermisst.

Nach dem Sturm drohten am Mittwoch Überschwemmungen

Nach dem Sturm drohten am Mittwoch Überschwemmungen: Während das Orkantief "Anna" auf seinem zerstörerischen Weg über Norddeutschland langsam an Kraft verlor, verschärfte sich in vielen Regionen die Hochwasserlage.

Rhein, Main, Mosel und Saar steigt stündlich um drei Zentimeter

Nach heftigen Niederschlägen kletterte der Wasserstand des Rheins bei Köln am Vormittag auf 7,94 Meter und sollte sich stündlich um drei Zentimeter erhöhen. Der erwartete Maximalstand von 8,35 bis 8,65 Meter werde am Donnerstag erreicht, sagte ein Sprecher der Hochwasserschutzzentrale in Köln. Wegen der anhaltenden Regenfälle haben die Behörden den Schiffsverkehr auf Main, Mosel und Saar wegen Hochwassers bereits eingestellt. Zahlreiche Uferstraßen waren überflutet. Wie lange die Schiffe festmachen müssten, sei noch nicht abzusehen. Noch keine Probleme sieht ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Regensburg

Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometer

Im Norden tobten Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern. "Das war der schwerste Sturm, den ich je in Hamburg erlebt habe", erklärte ein Feuerwehrsprecher. Massenweise wurden Bäume abgeknickt, Dächer abgedeckt und Schilder umher geschleudert. Straßen und Bahnstrecken waren teils stundenlang blockiert. In Kiel und in Westerland auf Sylt wurde die Bevölkerung aufgefordert, zu Hause zu bleiben, um nicht von umherfliegenden Trümmern verletzt zu werden.

Zwei Opfer

Zwei Frauen wurden in Hamburg von einem Baum getroffen und getötet, als sie gerade aus ihrem Auto stiegen. Ein Feuerwehrmann wurde bei einem Einsatz leicht verletzt. In Leer (Niedersachsen) wurde ein Familienvater, der mit seinen beiden Kindern im Auto unterwegs war, während der Fahrt von einem Baum erschlagen. Die Kinder blieben unverletzt.

Auch der Bahnverkehr wurde stark behindert. Am Mittwochvormittag mussten ICE-Züge zwischen Hamburg und Hannover umgeleitet werden. Zahlreiche weitere Strecken wurden gesperrt. Hamburger U-Bahn-Fahrgäste mussten am Dienstagnachmittag auf freier Strecke evakuiert werden, da mehrere Bäume die Gleise blockierten. Auf den Autobahnen beschäftigten aufgeklappte Umleitungstafeln, umgewehte Verkehrsschilder und umgekippte Bäume die Mitarbeiter der Polizei und Autobahnmeistereien bis in die frühen Morgenstunden.(APA/AP/dpa/Reuters)

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