Maghreb-Reise: Ferrero-Waldner kurbelt Wirtschaftsbeziehungen an

27. Februar 2002, 11:34
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Unterzeichnung zweier bilateraler Abkommen - Die Reise der Außenministerin als Ansichtssache

Rabat - Mit politischen Gesprächen und der Unterzeichnung zweier bilateraler Abkommen schließt Außenministerin Benita Ferrero-Waldner am Mittwoch ihre Maghreb-Reise ab, die sie im Anschluss an Tunesien und Algerien nach Marokko geführt hat. Bereits Dienstag Abend hatte die Ministerin mit ihrem marokkanischen Amtskollegen Mohamed Benaissa bei einem Abendessen in Rabat den Meinungsaustausch aufgenommen. Mittwoch Vormittag werden ein Luftverkehrs- und ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet.

Weitere Gesprächspartner der Ministerin in der marokkanischen Hauptstadt sind Parlamentspräsident Abdelouahed Radi, Ministerpräsident Abderrahman Youssoufi und Innenminister Driss Jettou. Die Wirtschaftsdelegation fuhr Mittwoch Vormittag nach Casablanca, um den Tag für Gespräche in der Wirtschaftsmetropole des Landes zu nützen. Österreichische Geschäftsleute sondieren das Terrain für Projekte in den Bereichen Verkehr, Energie- und Wasserwirtschaft sowie Anlagenbau und Kommunikationstechnologie.

Wiederankurbelung der Wirtschaftsbeziehungen

Auf der vorangegangenen Station der Maghreb-Reise, in Algerien, hatten sich beide Seiten zuversichtlich über die Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen geäußert. In Algerien sind Wirtschaftsprojekte in ähnlich gelagerten Sektoren für Österreich von Interesse. Außenminister Abdelaziz Belkhadem erklärte, nach den schwierigen Jahren der islamistischen Übergriffe, die Auslandsinvestoren abgeschreckt hatten, wolle Algerien nun eine Reihe von Entwicklungsplänen verwirklichen. Ferrero-Waldner betonte, für die Wiederankurbelung der Wirtschaftsbeziehungen sei der Zeitpunkt günstig. Das bestehende Handelsvolumen von rund einer Million US-Dollar solle ausgeweitet werden, waren sich beide Seiten einig.

Gegenstand der Gespräche der Außenministerin in Algier waren auch die Menschenrechtslage und die innenpolitische Situation in Algerien, das am 30. Mai Parlamentswahlen abhalten wird. "Ich sehe, dass es eine qualitative Veränderung gibt", sagte Ferrero-Waldner mit Blick auf die entspanntere Lage gegenüber 1998, als sie Algerien am Höhepunkt der islamistischen Gewalttaten mit einer EU-Troika besuchte. Die internationale Terrorbekämpfung, der Nahost-Konflikt, die Irak-Frage sowie die Euro-Mediterrane Partnerschaft im Rahmen der EU waren weitere Themen, die Ferrero-Waldner mit dem Außenminister, dem Parlamentspräsidenten Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika und Premier Ali Benflis erörterte, bevor sie am Abend nach Rabat weiterflog. (APA)

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