Enron: Andersen will jetzt zahlen

1. März 2002, 12:51
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Wirtschaftsprüfungs- unternehmen will sich für 750 Millionen Dollar von allen Verpflichtungen freikaufen

Washington - Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Artur Andersen, der wegen ihrer Verstrickung im Bilanzskandal um das Stromhandelsunternehmen Enron, eine Flut von Klagen droht. tritt dire Flucht nach vorne an. Wie die Washington Post und USA Today meldeten, möchte sich das Unternehmen mit 750 Mio. Dollar (867 Mio. Euro) von allen Verpflichtungen freikaufen.

250 Mio. Dollar sollen von einem Versicherungsunternehmen aufgebracht werden, das teilweise Andersen gehört. 500 Mio. Dollar will das Unternehmen selbst aufbringen und in Raten in den kommenden fünf Jahren zahlen. Von Andersen selbst gab es zunächst keinen Kommentar dazu.

Harte Fragen

Das Unternehmen musste sich in den vergangenen Wochen harte Fragen von Kunden und potenziellen Klienten gefallen lassen, was sich negativ auf das Geschäft auszuwirken begann. Die wichtigsten Klienten unterstützten Arthur Andersen jedoch weiterhin, hieß es. Das Unternehmen sehe daher keine Notwendigkeit, als Ausweg aus der Misere eine Fusion mit einem Konkurrenten zu prüfen. Ein potenzieller Kunde, der eine Zusammenarbeit mit Arthur Andersen prüft, ist die Stadt New York. Derzeit werde untersucht, ob die Beratungsfirma von der Liste der in Frage kommenden Unternehmen gestrichen wird.

Die bisher von Arthur Andersen betreute Delta Air Lines mit Sitz in Atlanta ist Zeitungsberichten zufolge auf der Suche nach einer neuen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Auch andere Unternehmen überlegten einen Absprung, heißt es.

Nach Angaben der Washington Post, die eine Unternehmensquelle zitiert, versucht Anderson nun auch das Justizministerium zu überzeugen, keine Anklage zu erheben. Auch hierzu gab die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft keinen Kommentar ab. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 1.3.2002)

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