Nach Vulkankatastrophe bedroht nächster Ausbruch Menschen bei Goma

27. Februar 2002, 12:40
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Schwestervulkan Nyamuragira brodelt

Nairobi - Nur wenige Wochen nach der Vulkankatastrophe in Ostkongo sind die Menschen in der Region um die betroffene Stadt Goma von einem weiteren Inferno bedroht. Nach Berichten des dortigen UNO-Büros für humanitäre Fragen (OCHA) warnen Experten nach der Eruption des Nyiragongo nun vor einem Ausbruch seines Schwestervulkans Nyamuragira.

Die Vulkanologen der örtlichen Messstation beobachteten einen dramatischen Anstieg der Aktivität dieses Vulkans der Virunga-Kette an der Grenze zu Ruanda. "In einer Minute zeigen unsere Instrumente keinerlei Aktivität, in der nächsten schlagen sie dramatisch aus", sagte Dario Tedesco, Vulkanologe von der Universität Neapel, der sich derzeit als Experte in dem Vulkangebiet aufhält. Die Vulkanologen gaben bereits eine Warnung an die Bevölkerung, befürchten jedoch kein vergleichbares Ausmaß der vorangegangenen Katastrophe.

Der glühende Lavastrom des Nyiragongo hatte am 17. Jänner dieses Jahres 20 Prozent der Gebäude in Goma zerstört. Etwa 500.000 Menschen flüchteten und kehrten Tage später in die verwüstete Stadt zurück. Bis zu 350.000 Menschen sind nach wie vor auf Hilfe angewiesen.

Die aktiven Vulkane der Region brachen in den vergangenen Jahren wiederholt aus. Seine letzte größere Eruption hatte der Nyamuragira im Februar 2001. Die glühenden Gesteinsmassen hatten Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Berichte über Tote oder Verletzte gab es nicht. (APA)

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