Verfahren gegen AOL

27. Februar 2002, 09:14
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Ware unerwünscht zugesandt und abkassiert

San Francisco - Wegen angeblicher Zusendung gar nicht bestellter Waren haben Kunden jetzt den weltgrößten Internet-Dienstleister America Online Inc. verklagt. Das Verfahren läuft vor dem Bezirksgericht in San Francisco. Anwälte der Kläger teilten am Dienstag (Ortszeit) mit, betroffen seien Tausende Nutzer des Online-Dienstes AOL in den USA, denen teils gegen Sofort-Abzug von ihren Kreditkarten niemals online bestellte Waren wie beispielsweise CD-Player, Bücher oder Organizer zugeschickt worden seien.

Ein Sprecher der AOL Time Warner Inc. wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. Der Prozess sei grundlos, sagte der Sprecher und verwies darauf, dass AOL auch eine 100-prozentige Rücknahme-Garantie für solche Fälle bereit halte. Entsprechend hart werde man in dem Prozess gegen die Vorwürfe vorgehen, sagte Sprecher Nicholas Graham in Dulles in Virginia.

Zusendung trotz "Nein, danke"

Aus der Klageschrift geht hervor, dass viele sich geschädigt fühlende AOL-Online-Nutzer angaben, sie hätten die regelmäßig im AOL-Dienst auftauchenden Werbe-Pop-ups mit "Nein, Danke" angeklickt, und einen Auftrag damit verneint. Die Waren seien dann aber trotzdem gekommen, und dann seien auch die Rechnungen ins Haus geflattert. Andere Kunden hätten, auch ganz ohne irgendwelche Werbefelder im Dienst anzusteuern, ebenfalls unverlangt Produkte zugeschickt bekommen.

Die Anwälte wollen nicht nur Schadensersatz für ihre Kunden, sondern auch Rückerstattung der Auslagen einschließlich der zumeist zusätzlich erhobenen Versandgebühren und die gerichtliche Erlaubnis erreichen, dass die unfreiwilligen Kunden ihre Waren behalten dürfen. Die AOL-Online-Gemeinde besteht nach eigenen Angaben des Branchenriesens aus über 30 Millionen Mitgliedern. (APA/Reuters)

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