Abdullah schließt Treffen mit Israels Politikern aus

28. Februar 2002, 10:19
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Saudiarabien bestätigt Friedensinitiative gegenüber UN-Sicherheitsrat - Kritik an Israel: Kein wirklicher Friedenswunsch

Dubai/New York - Der saudiarabische Kronprinz Abdullah hat einem Zeitungsbericht zufolge ein Treffen mit Vertretern Israels ausgeschlossen. Er werde Jerusalem nicht besuchen, wurde Abdullah am Donnerstag nach der Einladung durch den israelischen Staatschef Moshe Katzav in der arabischen Tageszeitung "El Hajat" zitiert. Weder der israelische Präsident noch Regierungschef Ariel Sharon seien in Riad willkommen, versicherte Abdullah demnach arabischen Politikern am Telefon.

Katzav hatte am Montag erklärt, er wolle mit dem Kronprinzen zu Gesprächen über dessen Friedensplan zusammenzutreffen. Ein solcher Besuch wäre eine Premiere gewesen, da beide Länder keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Die saudiarabische Presse wies den israelischen Vorstoß als "Manöver" zurück.

Begleitet von harten Vorwürfen gegen Israel hat Saudiarabien indessen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York erstmals offiziell seine Friedensinitiative für den Nahen Osten bestätigt. Der von Abdullah lancierte Plan war bis Mittwoch nur in amerikanischen und saudiarabischen Medien vorgestellt worden.

UN-Botschafter Fawzi Shobokshi erwähnte in seiner Rede im Sicherheitsratsausschuss für den Nahen Osten nur einmal die Initiative des Thronfolgers, die einen israelischen Rückzug aus den nach dem Sechstagekrieg 1967 eroberten Gebieten als Gegenleistung für Frieden und Handel mit den arabischen Nachbarn vorsieht. Shobokshi sprach von einem Angebot für "gutnachbarliche Beziehungen", erwähnte aber an keiner Stelle die Anerkennung des jüdischen Staates. "Nun ist die Welt sicher, dass die Araber zum Frieden aufrufen", sagte Shobokshi. Die "überwältigende internationale Unterstützung" für den Plan des Kronprinzen stärke "diese strategische Entscheidung."

Shobokshi warf Israel vor, keinen wirklichen Friedenswunsch zu haben, das Nahost-Problem nicht lösen und Resolutionen nicht umsetzen zu wollen. Damit werde die internationale Gemeinschaft in einen, wie er weiter sagte, bösartigen Kreislauf von Sicherheitserwägungen gezogen, der sie davon abhalte, die Wurzel des Problems zu erörtern: die israelische Besetzung palästinensischer Gebiete.

Der israelische UN-Botschafter Aaron Jacob reagierte enttäuscht auf die Rede Shobokshis. Statt der Sprache des Friedens habe er die der Konfrontation vernommen. Der palästinensische stellvertretende Beobachter bei den UN, Marwan Jibril, bezeichnete die Rede des saudiarabischen Botschafters als bedeutend, weil "ein saudiarabischer Vertreter offiziell gesagt hat, dass es seine saudiarabische Initiative von Kronprinz Abdullah gibt". (APA)

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