Hochempfindlicher Halogenid-Sensor entwickelt

26. Februar 2002, 20:27
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"Man könnte beispielsweise die Stoffwechselaktivität von Mikroorganismen verfolgen, die halogenidhaltige Schadstoffe abbauen"

Stuttgart - Wissenschaftler des Fraunhofer IGB haben einen hochempfindlichen Halogenidsensor entwickelt. Der Sensor soll laut Angaben der Entwickler selbst geringste Konzentrationen von Chlorid in kleinen Probenmengen nachweisen. Der Chlorid-Sensor misst Konzentrationen bis unter 10 Mikromol und kommt dabei mit einem Probevolumen in einer Größenordnung von 20 Mikroliter aus. Herkömmliche Verfahren zur Messung von Halogenidkonzentrationen benötigen entweder relativ viel Testflüssigkeit oder weisen kleinste Mengen nicht mehr nach.

"Es spricht vieles dafür, dass sich mit dem Verfahren auch hochempfindliche Sensoren für andere Halogenide entwickeln lassen", erklärt die Biologin Christiane Buta vom Fraunhofer IGB in einer Aussendung. In der Umwelt auftretende Chlorid-Vorkommen seien mit den bestehenden Verfahren problemlos nachzuweisen. Trotzdem sieht Buta Bedarf für einen hochempfindlichen Sensor, sobald es um Sonderfälle geht, wie z.B. im Zusammenhang mit biologischen, ökologischen und medizinischen Fragestellungen, bei denen Chlorid-Schwankungen vor einem bestimmten Hintergrund eine Rolle spielen.

"Man könnte beispielsweise die Stoffwechselaktivität von Mikroorganismen verfolgen, die halogenidhaltige Schadstoffe abbauen", erklärte Buta. Solche Untersuchungen können zu neuen Verfahren führen, um verunreinigte Böden zu sanieren oder Industrieabwässer zu reinigen. Einsatzmöglichkeiten gebe es auch in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. (pte)

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