Organe vom Miniatur-Schwein ohne Nebenwirkung

26. Februar 2002, 20:16
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Viren sind vorhanden, werden aber nicht übertragen

Boston - Miniaturschweine, die einmal als Organlieferanten für Menschen verwendet werden sollen, tragen doch Viren. Eine Inzuchtlinie soll für Menschen aber verträglich und ungefährlich sein. Das ist der jüngste Forschungsstand bei Immerge BioTherapeutics, einer Firma, die seit Jahren Schweine für Übertragungen über die Artgrenze hinweg ("Xenotransplantationen") entwickelt.

Dabei gibt es vor allem zwei Probleme: Artfremde Organe werden vom Immunsystem rasch und aggressiv abgestoßen. Und andere Arten haben andere Viren, die ihnen nichts tun, bei der Übertragung auf Menschen aber gefährlich werden könnten.

Das erste Problem hat BioTherapeutics zu Jahresbeginn als gelöst gemeldet: Man hat die Schweine gentechnisch so verändert - ihnen ein Gen weggenommen -, dass ihr Gewebe vom menschlichen Immunsystem nicht erkannt werden soll.

Nun legt BioTherapeutics nach und zeigt, dass zumindest einige ihrer Schweine nur Viren haben, die in Zellkulturversuchen nicht auf menschliche Zellen übergehen können. (jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. 2. 2002)

Vgl. Journal of Virology, Vol. 76, S. 3045
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