Doping lässt Blut verklumpen

26. Februar 2002, 19:59
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Fallstudie: Medikamenten-Cocktail löste vermutlich Blutgerinnsel im Kopf eines Radrennfahrer aus

London - Spanische Forscher haben in einer Fallstudie gezeigt, wie Doping zur Blutverklumpung führen kann. Das Ärzteteam um Eduardo Rocha von der Clinica Universitaria de Navarra untersuchte den Fall eines spanischen Radrennfahrers, der an starken Kopfschmerzen litt. Nach der Diagnose einer so genannten cerebralen Sinusthrombose, welche zu einem Hirnschlag führen kann, führten die Ärzte diese auf einen Cocktail aus Vitamin A, Wachstumshormonen und dem verbotenen Erythropoietin (EPO) zurück. Der Fall wurde im Fachmagazin "Neurology" publiziert.

EPO erhöht durch seine stimulierende Wirkung den Anteil roter Blutkörperchen im Blut. In der Folge ist es Athleten möglich, mehr Sauerstoff von den Lungen zu den Muskeln zu transportieren und damit ihre Ausdauer zu verbessern. Durch den Anstieg der roten Blutkörperchen im Verhältnis zur Blutflüssigkeit wird das Blut laut Forschern vermutlich anfälliger für Verklumpungen, so ein BBC-Bericht. Bezogen auf diesen Fall könnte dies Blutgefäße blockiert haben.

"So genanntes Blutdoping wird bei Athleten immer populärer. Die Forschung muss ebenso wie die Suche nach Techniken vorangetrieben werden, um diese Art des Dopings zu erkennen", erklärte Rocha. Er fordert auch eine Aufklärung der Athleten über die möglichen Gesundheitsrisiken durch die ausdauersteigernden Dopingmittel. Eine neue EPO-Variante namens Darbopoetin wurde auch jüngst bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City u.a. vom Skilangläufer Johann Mühlegg eingesetzt. 1998 führte der Nachweis von EPO bei der Tour de France zu einem größeren Skandal und zum Ausschluss eines Teams. (pte)

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