Was Direktoren kosten dürfen

26. Februar 2002, 19:38
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Finanzausschuss verhandelt über Direktorengehälter

Wien - Die noch offene Besetzung der Direktoren für Technik und Onlinefragen beschäftigt die ORF-Spitze. Als Favorit für Technik gilt der technische Leiter von Ö3, Andi Gall. Der werkt freilich derzeit noch auf freiberuflicher Basis. Und betreibt die Beratungsfirma für neue Medien, Mondocom. Diese müsste er wohl abgeben, wollte er den Direktorenposten annehmen.

Gehaltsmodelle

Gall ist somit auch einer der Anlässe für die Gehälterdebatte, die Mittwoch den ORF-Finanzausschuss bei seiner konstituierenden Sitzung beschäftigt. Man sucht nach Gehaltsmodellen, die auch bei externen Managern Interesse für die noch offenen Direktorenposten wecken - für SP-Stiftungsrat Karl Krammer eine "sensible Diskussion", derzeit tappe man noch im Dunkeln.

"Verhandlungsspielräume"

"Eine finanzielle Bandbreite, innerhalb der Generaldirektorin Monika Lindner Gehaltsverhandlungen aufnehmen kann", will Helga Rabl-Stadler, die Mittwoch zur Vorsitzenden des Finanzausschusses gewählt werden soll, ausverhandeln. Ein höheres Jahresgehalt, dafür keine ORF-Pension, sei denkbar, so die bürgerliche Stiftungsrätin. Auch Stiftungsratsvorsitzender Klaus Pekarek rechnet damit, nur "Verhandlungsspielräume" festzulegen - mit konkreten Vertragsentwürfen sei nicht zu rechnen.

"Mit Kleinlichkeit wird man keine guten Leute bekommen", kommentiert ORF-Betriebsratschef Heinz Fiedler die Gehälterdebatte im Gespräch mit dem STANDARD. "Warum sollte es sich jemand aus der Wirtschaft deutlich verschlechtern, um beim lieben ORF zu werken?"

Anders der grüne Stiftungsrat Wolfgang Zinggl: Er ist gegen massive Gehaltserhöhungen - um keine "Spirale loszutreten". (jed/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 27. Februar 2002)

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