Ehrung zum Schillingende

26. Februar 2002, 20:28
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Polizei macht Europause - Fristen für Geldtausch verlängert

Wien - Ihr Lebenswerk wird jetzt zerstört. Im besten Fall ist es im Museum zu sehen. Roman Hellmann und Josef Kaiser nehmen es angesichts der europäischen Dimension aber gelassen: Sie haben einst die Schillingbanknoten gestaltet. Noch schnell bevor endgültig per 28. Februar Schillingverbot herrscht und nur noch mit Euro bezahlt werden kann, wurden die beiden von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel beschenkt, mit ihnen auch Ferdinand Welz, Gestalter des Schilling-Zehners. Sie erhielten das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und eine Dankesurkunde.

In aller Stille verabschiedet man sich auch bei der Polizei von der alten Währung: Am kommenden Donnerstag gibt es daher in den Kommissariaten, im Verkehrs- und Passamt keinen Parteienverkehr. Der besucherlose Tag wird aber genützt, so versichert man bei der Bundespolizeidirektion Wien, um die Euroumstellung "reibungslos zu gestalten". Die Kunden werden also erst wieder am 1. März bedient. Inwieweit Gelddiebe sich den Euroumstellungstag zunutze machen werden, wird auch erst am Freitag bekannt sein.

Geldtausch

Keinen Termindruck üben die Banken auf ihre Kunden aus. In etlichen Instituten wurde der Schillingumtausch bis Ende März verlängert. Bei deren Schaltern ist es möglich, die Beträge auf dass eigene Konto kostenlos gutschreiben zu lassen. Wer den Betrag bar ausbezahlt haben will, muss dafür Gebühren zahlen.

Kostenloser Umtausch ist generell bei den österreichweit acht Zweigstellen der Nationalbank möglich. Dort wird der Schilling auf ewig angenommen und in Euro umgetauscht, wie versichert wird. Valuten aus Urlaubsrestbeständen können noch bis Ende März bei der Nationalbank gewechselt werden - ebenfalls ohne Kosten.

Geduld ist dafür allerdings erforderlich: Lange Wartezeiten an den Schaltern sind einzukalkulieren. Im STANDARD-Selbsterfahrungstest wurde die kürzeste Wartezeit in der Zentrale in der Garnisongasse um 8 Uhr morgens ermittelt: Nach 25 Minuten war der Valutenumtausch erledigt. (aw/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.2.2002)

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