Welle der Kritik an Mugabe

26. Februar 2002, 20:30
posten

Washington und London unterstützen die Opposition in Simbabwe

Harare - Die Regierungen von Großbritannien und der USA haben scharfe Kritik an Simbabwes Präsident Robert Mugabe geübt. Anlass der Kritik ist das Vorgehen der Polizei gegen Mugabes Gegenspieler bei der bevorstehenden Präsidentenwahl, Morgan Tsvangirai, dem Hochverrat vorgeworfen wird.

Der britische Außenminister Jack Straw sagte, dieser Vorwurf, knapp zwei Wochen vor der Wahl in Simbabwe, scheine ein weiterer Versuch der Regierung Mugabe zu sein, die Durchführung der Wahl zu verhindern und dem Volk von Simbabwe die Möglichkeit einer freien und fairen Entscheidung zu nehmen.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums verwies auf die vorangegangene Welle von Einschüchterungsversuchen und Gewalt in Simbabwe im Vorfeld der Präsidentenwahl. Der Fall Tsvangirai sei ein weiteres "tragisches Beispiel der zunehmend autoritären Herrschaft Mugabes", sagte der Sprecher in Washington.

Oppositionschef Tsvangirai hatte zuvor die Regierung beschuldigt, ihn mit dem Vorwurf des Hochverrats um den Wahlsieg bringen zu wollen. Gewählt wird am kommenden 9. und 10. März.

Tsvangirai erklärte, er habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Er glaube nicht an eine Anklage vor der Wahl und werde seinen Wahlkampf fortsetzen. Bei den Vorwürfen sei es um eine auf ein mysteriöses Video zurückgehende Verschwörungstheorie zur Ermordung von Mugabe gegangen, der das afrikanische Land seit 22 Jahren regiert.

Abzug

Nach der Anklage wegen Hochverrats gegen Tsvangirai will Australien möglicherweise den Abzug der Wahlbeobachter des Commonwealth beantragen. Der australische Außenminister Alexander Downer kündigte dies am Dienstag für den Fall an, dass Tsvangirai verhaftet würde. Nach Auseinandersetzungen mit der Regierung in Harare hat bereits die EU ihre Wahlbeobachter zurückgezogen.

Unterdessen wurden zwei katholische Ordensfrauen von Anhängern der regierenden Zanu-Partei zusammengeschlagen und schwer verletzt. Nach Angaben des Exdirektors der bischöflichen Kommission "Gerechtigkeit und Frieden", Mike Auret, mussten die beiden Schwestern in ein Krankenhaus eingeliefert werden. (Reuters, Der STANDARD, Printausgabe 27.2.2002)

Share if you care.