Infrastrukturminister Reichhold: Zugsicherheitssysteme diskutieren

26. Februar 2002, 20:01
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Experten des Ministeriums forschen nach Ursache des Zugunglücks

Wien - "Wenn es kein menschliches Versagen war, dann ist die Frage der Zugsicherungssysteme - im europäischen Kontext - sicher zu diskutierten" - das stellte der neue, für die Bahn zuständige Infrastrukturminister Mathias Reichhold (F) nach dem Eisenbahnunglück in Wampersdorf (NÖ) fest. "Wir als Aufsichtsbehörde sind jedenfalls verpflichtet, den Fall gründlich zu untersuchen", so Reichhold beim Eintreffen am Unglückort. Experten seines Ressorts seien deshalb bereits am Ort des Geschehens.

Konkretes zur Unfallursache konnte Reichhold naturgemäß zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Auch zur Frage des zweigleisigen Ausbaus der Pottendorfer Linie - etwa im Rahmen des jüngst präsentierten Generalverkehrsplanes - wollte sich der Ressortchef vorerst nicht äußern.

Reichhold: Regierung wird Beistand leisten

Infrastrukturminister Mathias Reichhold betonte seine Betroffenheit angesichts der Tragödie. Der Ressortchef sprach im Namen der gesamten Bundesregierung, die "entsprechenden Beistand leisten wird", sein Beileid aus. ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde sprach von einem "schweren Schlag", sein Mitgefühl gelte den Hinterbliebenen. Zum Auslöser des Unfalls merkte er an, es könne sich um technisches oder menschliches Versagen oder eine Kombination aus beiden Faktoren gehandelt haben.

Die Auswertung der Datenschreiber der Züge und die Analysen zur Unfallursache würden eine Weile dauern, so vorm Walde. Es gelte, "Lehren aus dem Unglück zu ziehen, damit in Zukunft Derartiges verhindert werden kann".

Identität der Opfer unbekannt

Minister Reichhold lobte den Einsatz der Rettungskräfte, die "in vorbildlicher Art und Weise" gearbeitet hätten. Dass noch rund vier Stunden nach dem Unglück eine Menschenrettung zu Stande gebracht worden ist, "grenzt an an kleines Wunder", so der Ressortchef. Auch vorm Walde betonte, der zuletzt aus dem Waggonwrack geborgene Ungar habe "einen Schutzengel" gehabt.

Die Identität der sieben Todesopfer stand noch nicht fest. Bei vielen Verunglückten dürfte es sich um Ungarn handeln. Der ungarische Verkehrsminister Verkehrsminister Janos Fonagy hat angekündigt, zur Unglücksstelle anreisen zu wollen. (APA)

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