Indien setzt auf Wirtschaftsreformen

26. Februar 2002, 15:52
posten

Industriewachstum gesunken - Gesamtwachstum lag bei 5,4 Prozent

Neu Delhi - Indien setzt angesichts eines gesunkenen Industriewachstums auf eine Fortführung der wirtschaftlichen Öffnung. Der industrielle Sektor wuchs von April bis Dezember 2001 um 2,3 Prozent, gegenüber 5,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das teilte das indische Finanzministerium am Dienstag in seiner jährlichen Wirtschaftsanalyse mit. Das Gesamtwachstum lag im zu Ende gehenden Finanzjahr (31. März) bei 5,4 Prozent. Das war zwar mehr als die 4,0 Prozent im Vorjahr, blieb aber hinter der Erwartung der Regierung zurück.

"Die Regierung muss jeder Versuchung widerstehen, den Prozess der Liberalisierung zu verzögern und muss alle Hindernisse und Engpässe aus dem Weg räumen", hieß es in dem Bericht, der jedes Jahr zu Beginn der Haushaltsdebatte im Parlament vorgelegt wird. Indien müsse vor allem seine Infrastruktur verbessern und die Arbeitsgesetze lockern. Als Beispiele nennt der Bericht die Sektoren Energie, Transport und Telekommunikation. Bei einer Wiederbelebung der Weltwirtschaft könne sich das Wachstum durch stärkere Exporte erholen, hieß es.

Indien hatte 1991 seine wirtschaftliche Öffnung unter der von der Kongresspartei gestellten Regierung eingeleitet. Regierungschef Atal Behari Vajpayee von der Hindu-Partei BJP führt sie seit 1998 fort. Der Widerstand gegen die Folgen der Globalisierung wächst jedoch. In den Kleinindustrien gingen Arbeitsplätze verloren, wenn Indien Importe erleichtere, kritisieren die Gegner der Liberalisierung. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.