Opferbilanz korrigiert: Sechs Tote, neun schwer sowie neun leicht Verletzte

27. Februar 2002, 14:40
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15 zum Teil schwer Verletzte - Schwerstes Zugsunglück in Österreich seit 30 Jahren

Baden - Das schwere Zugunglück auf der Pottendorfer Linie bei Wampersdorf im Bezirk Baden am Dienstagnachmittag hat sechs Tote gefordert. Die Opferbilanz bezifferte Verkehrsminister Reichhold mit sechs Toten, neun schwer sowie neun leicht Verletzten.

Zwei Personen unverletzt

"Zumindest zwei Personen haben den Zugunfall unverletzt überstanden." Auf Grund von Überprüfungen bei den Rettungsstellen und in Spitälern sei festgestellt worden, dass "bei den Transporten der Verletzten keine Personen verstorben sind", so die Sicherheitsdirektion.

Güterzug auf dem Weg von Sopron in Ungarn stieß gegen Rollende Landstraße

Die Katastrophe hatte sich auf der Pottendorfer Linie in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Wampersdorf (Bezirk Baden) ereignet. Ein Güterzug auf dem Weg von Sopron (Ödenburg) in Ungarn nach Wien-Kledering stieß gegen eine Rollende Landstraße. Der Huckepackzug, unterwegs von Wels nach Sopron, transportierte 21 Lkw - aus Ungarn (18), Jugoslawien (2) und der Türkei (1) - sowie einen Waggon mit den Lenkern der Laster.

Der Waggon lag nach dem Unglück auf der Seite quer zu den Schienen, die Vorderseite war zertrümmert, ein Teil völlig abgerissen. Mit Leitern versuchten die Helfer, zu den Verletzten vorzurücken.

Nur zwei Chauffeure unverletzt

Ein Lokführer blieb bei der Katastrophe unverletzt, der andere war bei seiner Bergung ansprechbar. Insgesamt gab es nur zwei unverletzte Lkw-Chauffeure. Zehn der 15 Verletzten stammen aus Ungarn, über die Identität oder Herkunft der Toten wurden vorerst keine Angaben gemacht. Am Unfallort selbst wurden sechs Tote geborgen, fünf Schwerverletzte, einige in akuter Lebensgefahr, wurden per Hubschrauber ins Krankenhaus gefolgen. Die genaue Identität der Opfer sollte im Laufe des Tages festgestellt werden. In der Früh war seitens der Sicherheitsdirektion von vermutlich drei ungarischen Staatsbürgern, zwei Jugoslawen und einem Türken die Rede.

Schwierige Bergung

Die Bergung des Eingeklemmten gestaltete sich ebenso wie die Suche nach möglichen weiteren Opfern überaus schwierig. Es mussten Wrackteile Stück für Stück zerlegt werden. Zwei Kräne, die bis zu 70 Tonnen heben können, wurden aus Mödling und Wiener Neustadt bereitgestellt. Ein Krisenmanagement bestehend aus Experten der ÖBB und des Ministeriums nahm die Arbeit auf. (APA)

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