Sonnenblumen und Guayule-Sträucher sollen Gummi produzieren

3. März 2002, 10:00
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USA wollen sich von Kautschuk-Importen aus Südostasien und Brasilien unabhängig machen

Fort Collins - Wissenschaftler der Colorado State University wollen aus Sonnenblumen Gummi produzieren, um so von Kautschukimporten aus Südostasien und Brasilien unabhängig zu werden. Derzeit sind diese Länder die einzige natürliche Gummiquelle der Welt. Die USA importieren jährlich rund 1,3 Mio. Tonnen Gummi, was den Staat rund zwei Mrd. Dollar im kostet.

"Sonnenblumen produzieren natürlicherweise kleine Mengen an Gummi", erklärte der koordinierende Projektleiter Calvin Pearson. Durch die Entwicklung neuer Sorten könnten sowohl die Qualität als auch die Quantität des Gummis in Sonnenblumen erhöht werden. Eine mögliche heimische Quelle sehen die Forscher im auch Guayule-Strauch. Dieser produziert qualitativ hochwertigen Kautschuk. Damit der Strauch allerdings mehr Ertrag abwirft, müsse noch intensiv geforscht werden.

Projekt-Rahmen

Das Forschungsprojekt ist für vier Jahre anberaumt. Es umfasst die Entwicklung umweltverträglicher, produktiver Sonnenblumen-Sorten und Guayule-Sträucher, um diese im eigenen Land anzubauen. Das Projekt wird vom US-Landwirtschaftsministerium mit 2,5 Mio. Dollar unterstützt. Für die Züchtung wurde ein eigenes Labor im Western Colorado Research Center in Fruita errichtet.

Naturkautschuk ist Ausgangsmaterial für rund 40.000 Produkte und für über 400 medizinische Bauteile. Die Vereinigten Staaten beanspruchen rund 20 Prozent des globalen Gummi-Vorrats. "Obwohl die Gummi-Vorräte derzeit den Marktbedarf decken, werden die Vorräte vermutlich sinken, da Plantagenbesitzer den Anbau für wenig profitabel halten", so Lee Sommers, Direktor der Agricultural Experiment Station der Uni. So geht zum Beispiel der Anbau in Malaysia zu Gunsten anderer Produkte zurück, was zu einem Engpass in den USA führen könnte. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Guayule-Strauch

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