"Bezügerahmen" für ORF-Direktoren werden fixiert

26. Februar 2002, 16:49
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Finanzausschuss des ORF-Stiftungsrats tagt Mittwoch - Rabl-Stadler wird zur Vorsitzenden des Ausschusses gewählt

Nach Gehaltsmodellen, die auch bei externen Managern Interesse für einen Direktorenposten im ORF wecken, sucht der Finanzausschuss des ORF-Stiftungsrats bei seiner konstituierenden Sitzung am Mittwoch. In der "Presse" (Dienstagsausgabe) kolportierten "Zoff" über dieses Thema dementierte die bürgerliche Stiftungsrätin Helga Rabl-Stadler aber am Dienstag. Noch vakant sind die Positionen des Technischen und des Online-Direktors, die am 12. März vom Stiftungsrat bestellt werden sollen.

"Mehr Gehalt" für neue Direktoren "von außen" sei ein relativer Begriff, meinte Rabl-Stadler, die zur Vorsitzenden des Ausschusses gewählt werden soll. Für sie ist das vor allem eine Frage der Durchrechnung: Jene Direktoren, die bereits lange Jahre für den ORF tätig sind, verfügten über Pensions- und Abfertigungsansprüche. Für Externe ergebe sich dadurch ein "Spielraum", so Rabl-Stadler. Man könne ihnen ein höheres Jahresgehalt, dafür keine ORF-Pension anbieten. Eine solche Lösung würde auch gemeinsam mit dem geplanten neuen ORF-Kollektivvertrag, der Anfang 2003 in Kraft treten soll, zu diskutieren sein.

Diskussionswürdiges Modell

Für SP-Stiftungsrat Karl Krammer ist ein solches Modell durchaus diskussionswürdig, monierte er aber, dass auf der Tagesordnung für die Sitzung am Mittwoch kein entsprechender Punkt vermerkt sei: Vielmehr stehe die Bezugsregelung für "gewählte Funktionsträger" auf dem Programm, "Einkommenserhöhungen oder komplizierte Umbauten" werde man daher wohl kaum beschließen können. Es bleibe daher abzuwarten, welche Vorschläge morgen unterbreitet würden.

"Rahmen festlegen"

Einer generellen Erhöhung der Direktorengelder - bisher verdienten ORF-Intendanten um die 218.000 Euro (drei Millionen Schilling) im Jahr - kann Rabl-Stadler nichts abgewinnen, wie sie betont: "Eine Reform der Gehaltsstruktur kann nicht bedeuten, dass alle mehr bekommen." Primäres Ziel der morgigen Sitzung sei es jedenfalls, "den Rahmen festzulegen, innerhalb dessen Frau Doktor Lindner Gehaltsverhandlungen aufnehmen kann". Gegen eine Erhöhung der Direktorenbezüge ist auch der Grüne Stiftungsrat Wolfgang Zinggl.

Leistungsorientierte Direktorenbezüge

Konsens ortete Rabl-Stadler indes für die Idee, einen Teil der Direktorenbezüge leistungsorientiert zu gestalten. Was in jedem anderen Unternehmen üblich sei, solle "auch im ORF normal sein", argumentiert sie dies. Dabei gelte es aber auch, im Stiftungsrat Kriterien für solche Prämien auszuarbeiten. (APA)

Helga Rabl-Stadler
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