Schwarzgebranntes setzt der US-Musikindustrie massiv zu

28. Februar 2002, 10:58
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Starke Umsatzrückgänge - RIAA sieht Hauptursache in Web-Downloads und CD-Brennern

Die US-Musikindustrie hat im Jahr 2001 rund 968,58 Mio. Tonträger und damit um 10,3 Prozent weniger Einheiten verkauft als im Vorjahr. Die Umsätze gingen dabei um 4,1 Prozent von 14,3 auf 13,7 Mrd. Dollar zurück. Den Hauptgrund für diese Einbußen sieht die Recording Industry Association of America (RIAA) in Gratis-Downloads vom Internet und dem Kopieren von CDs. Diese Einschätzung basiert auf einer Befragung von 2.225 Musikkonsumenten im Alter zwischen zwölf und 54 Jahren, die im Auftrag der RIAA vom Marktforschungsinstitut Peter Hart Research hinsichtlich ihres Kaufverhaltens befragt wurden. Die weltweite Piraterie kostet die amerikanische Musikindustrie laut RIAA jährlich rund vier Mrd. Dollar.

Im Netz

Es gebe keine einfache Erklärung für die Verschlechterung der Verkaufszahlen, räumte RIAA-Präsidentin Hilary Rosen ein. Die Konjunktur sei schwach gewesen und die Terror-Attacken vom 11. September hätten die Pläne für das vierte Quartal durchkreuzt, aber ein wesentlicher Faktor seien die Online-Piraterie und das Brennen von CDs gewesen. "Wenn 23 Prozent der befragten Musikkonsumenten angeben, dass sie nicht mehr Musik kaufen, weil sie Musik aus dem Internet herunterladen oder gratis kopieren, können wir den Einfluss auf den Markt nicht ignorieren", so Rosen.

Computer, Internet und ein CD-Brenner

Rund die Hälfte jener, die im vergangenen Jahr Songs aus dem Internet heruntergeladen haben, haben diese laut der RIAA-Studie auch auf CD gebrannt oder auf einem MP3-Player gespeichert. 1999 sei dies nur bei 13 Prozent der User der Fall gewesen. Damit im Zusammenhang steht auch die rasante Verbreitung von CD-Brennern: So verfügten 2001 bereits rund 40 Prozent der Musik-Fans über einen CD-Brenner, zwei Jahre zuvor betrug der Anteil erst 14 Prozent.

Marktanteile

Mit einem Marktanteil von 91 Prozent (2000: 87 Prozent) ist die CD in den USA nach wie vor die unangefochtene Nummer Eins unter den Tonträgern. Die Verkaufszahlen gingen dabei allerdings um 6,4 Prozent zurück, die Umsätze um 2,3 Prozent. Insgesamt wurden mit CDs im Jahr 2001 Umsätze in der Höhe von rund 12,9 Mrd. Dollar erzielt. Einen drastischen Rückgang gab es für die Musikkassette, deren Marktanteil um 40 Prozent zurückfiel. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das DVD-Musikvideo mit Umsätzen in der Höhe von 190 Mio. Dollar. Insgesamt 7,9 Mio. Einheiten konnten 2001 von diesem neuen Medium verkauft werden, was einer Steigerung um 138 Prozent entspricht. LPs gingen immerhin noch 2,3 Mio. Mal über den Ladentisch – eine leichte Steigerung um 3,7 Prozent gegenüber 2,2 Mio. Einheiten im Jahr 2000. (pte)

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