Französische Behörden gegen "eingefrorene Schlossleichen"

26. Februar 2002, 13:33
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80-jähriger Arzt will neben seiner tiefgekühlten Frau "aufbewahrt" werden - Paar glaubte an Wiederauferstehung durch wissenschaftlichen Fortschritt

Der Letzte Wille eines französischen Arztes, der neben seiner vor Jahren eingefrorenen Frau ebenfalls tiefgekühlt in einem Schlosskeller aufbewahrt werden wollte, wird voraussichtlich von den Behörden durchkreuzt. Die Präfektur des westfranzösischen Departements Maine-et-Loire kündigte am Dienstag an, sie werde gegen das Testament des 80-jährigen Mediziners Raymond Martinot vor Gericht ziehen. Martinot war am Freitag gestorben und hatte verfügt, er wolle ebenso wie seine 1984 von ihm eingefrorene Gattin in seinem Schloss bei Nueil-sur-Layon ruhen, bis wissenschaftliche Fortschritte seine Wiederauferstehung ermöglichten.

Krypta mit Gefrierschrank

"Das Einfrieren ist illegal", erklärte die Präfektur in Saumur. "Möglich ist nur die Verbrennung oder die Beerdigung." Daher sei der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Martinot hatte in den vergangenen Jahren aus seinen Plänen kein Geheimnis gemacht. Besucher führte er gern in die Krypta, in der der Gefrierschrank mit seiner Frau stand. Auf dem Deckel der Tiefkühltruhe, die mit einer goldenen Kette verschlossen war, befand sich ein Foto der Verstorbenen. (APA/AFP)

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