Doch Gaskocher an Zugunglück in Ägypten schuld?

26. Februar 2002, 13:26
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Kurzschluss-Theorie nach Medienberichten widerlegt - Noch keine Stellungnahme der Behörden

Doch ein Gaskocher hat wahrscheinlich das schwerste Zugunglück in der Geschichte der ägyptischen Eisenbahn verursacht. Mehrere Zeitungen berichteten am Dienstag, Ermittler hätten am Unglücksort in den Trümmern der am schwersten betroffenen Waggons mehrere Gaskocher gefunden. Damit hätten sich die Passagiere trotz eines Verbots Wasser und kleine Gerichte erwärmt. Die Behörden wollten die Berichte nicht bestätigten und erklärten, die Ermittlungsergebnisse seien noch nicht der Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Die regierungsnahe Zeitung "El Achbar" berichtete, ein Untersuchungsausschuss aus Experten und Staatsanwälten habe eine frühere Theorie widerlegt, wonach ein Kurzschluss das Unglück auslöste (derStandard.at/Panoram berichtete).

373 Tote

Das Feuer war am vergangenen Donnerstag ausgebrochen, nachdem der nach Luxor fahrende Zug den Bahnhof von Kairo verlassen hatte. Die Flammen hatten sich rasend schnell ausgebreitet, da der völlig überfüllte Zug aus bisher ungeklärten Gründen erst einige Kilometer nach Ausbruch des Feuers zum Stehen kam. 373 Menschen wurden getötet. Wegen des Unglücks traten bereits der Verkehrsminister und der Chef der Bahn zurück.

Der neue Bahnchef Eid Abdel Kader sagte "El Achbar", eine Überfüllung der Züge könne nicht verhindert werden. "Es gibt kein Gesetz, das es den Behörden erlaubt, einen Passagier am Betreten eines Waggons zu hindern", erklärte er. "Jeder hat das Recht einzusteigen." (APA)

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