Top-Note für Austrian Airlines

26. Februar 2002, 16:21
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Deutsche Studie vergab beste Beurteilungen in punkto Flugsicherheit an AUA, Finnair, Cathay Pacific, All Nippon Airways und Qantas

Die Austrian Airlines und vier weitere Fluggesellschaften haben bei einer aktuellen deutschen Studie Bestnoten in punkto Flugsicherheit bekommen: Sie sind in den vergangenen 30 Jahren unfallfrei durch die Welt geflogen. Neben der AUA und der Finnair sind das die großen fernöstlichen Unternehmen Cathay Pacific (Hongkong), All Nippon Airways (Japan) und Qantas (Australien).

59 Fluggesellschaften wurden überprüft

Qantas wurde bereits 1920 gegründet und ist damit eine der ältesten und seit Jahrzehnten auch eine der sichersten Fluggesellschaften weltweit. Das geht aus einer Untersuchung des deutschen Magazins für zivile Verkehrsluftfahrt "AERO International" (März-Ausgabe) hervor. Berücksichtigt wurden die 59 größten Fluggesellschaften der Welt einschließlich der führenden europäischen.

"Unfallfrei"

Die Auszeichnung "unfallfrei" erhielten auch zwei jüngere Gesellschaften: Emirates (Dubai), 1985 gegründet, die erfolgreichste und angesehenste arabische Airline, und der 1982 gegründete britische Preisbrecher Virgin Atlantic Airways. Berücksichtigt wurden in dieser Untersuchung die vergangenen drei Jahrzehnte seit 1973.

"Keine Toten"

Neben diesen sieben Fluggesellschaften gibt es eine weitere Kategorie, in der auch LTU und Hapag Lloyd sind, die im Untersuchungszeitraum zwar Maschinen verlor, jedoch keine Toten zu beklagen hatte. Der deutsche Ferienflieger LTU zum Beispiel verlor 1991 einen TriStar bei Reinigungsarbeiten in Düsseldorf durch Brand. Hapag Lloyd hatte im Jahr 2000 auf dem Wiener Flughafen in Schwechat einen peinlichen, aber letztlich glimpflich verlaufenen Unfall, bei dem es keine Todesopfer gab. Damit gehören LTU und Hapag Lloyd als einzige deutsche Airlines zu den 14 Fluggesellschaften aus aller Welt, die über die vergangenen 30 Jahre hinweg mit der absoluten Sicherheitsrate 0,0 registriert werden konnten.

Verhältnis zwischen Todesfällen und Passagierkilometern

Diese Sicherheitsrate ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Todesfällen im Luftverkehr und geflogenen Passagierkilometern. Letztere Zahl ist der wichtigste Schlüssel über die Leistung einer Fluggesellschaft und gibt Aufschluss über ihre Sicherheit. Zu den Unternehmen, die mit Noten von 0,02 bis 0,35 allen Sicherheitsmaßstäben genügen, auch wenn sie seit 1973 von Unfällen betroffen waren, gehören die meisten bedeutenden europäischen Airlines wie British Airways (0,03), Lufthansa (0,04), Condor (0,05), Air France (0,10), SAS (0,26), Alitalia und KLM (0,26).

Die Schlusslichter

Am schlechtesten schneiden auch in dieser neuesten Untersuchung die Gesellschaften ab, die schon lange am Ende der Sicherheitstabelle rangieren. Schlusslicht bleibt die kolumbianische Avianca, eine der größten südamerikanischen, aber seit Jahrzehnten unfallträchtigsten Airlines der Welt. Die Note dieser bereits 1919 mit deutscher Hilfe gegründeten Fluggesellschaft: 5,26. Das ist mit deutlichem Abstand die schlechteste Bewertung.

Noch schlimmer ist - absolut gesehen - die Bilanz der einst sowjetischen und heute russischen Aeroflot. Dieses ehemals größte Luftfahrtunternehmen der Welt verzeichnete 244 Flugzeugverluste und 4.564 Todesopfer seit 1973. Die Note: 1,27. Diese relativ niedrige Zahl erklärt sich aus der immensen Größe von Aeroflot, die in der UdSSR die einzige Fluggesellschaft war.

Eine andere Tatsache aber spricht - unverändert - Bände: Pakistan International Airlines (PIA), Egypt Air, Air India und Indian Airlines rangieren in dieser weltweiten Statistik weiterhin unter den letzten Zehn. (APA/dpa)

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