Giftanschlag in Rom: FBI ermittelt

26. Februar 2002, 11:04
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US-Bundespolizei unterstützt italienische Behörden

Rom - FBI-Ermittler unterstützen die italienischen Behörden bei den Untersuchungen gegen die mutmaßliche Zelle des Terrornetzwerks El Kaida in Rom. Wie am Dienstag in der italienischen Hauptstadt bekannt wurde, erfolgte die Einschaltung des FBI auf Ersuchen des US-Außenministeriums. Die Zelle von acht Marokkanern soll angeblich einen Giftanschlag auf die US-Botschaft in Rom geplant haben.

Die US-Experten wollen zunächst die Wasserleitungen in der Nähe der Botschaft untersuchen. Die in der Vorwoche verhafteten Marokkaner hatten genaue Pläne der unterirdischen Gänge in der Nähe der Botschaft bei sich.

In amerikanischen Kreisen in Rom wächst die Sorge vor Anschlägen, nachdem italienische Ermittler entdeckt haben, dass ein Vorauskommando offenbar in einen Kanal hinabgestiegen war, der in drei Metern Tiefe zur US-Botschaft in der Via Veneto führte. Dort hätten sie eine 60 Zentimeter große Öffnung in eine Mauer gebohrt, durch die Terroristen unter die US-Botschaft gelangen hätten können. "Wir müssen die Kanäle noch inspizieren, ehe wir realistische Hypothesen über die Absicht der Gruppe machen können", sagten die US-Techniker.

Der Sprecher des US-State Department, Richard Boucher, lobte den Einsatz der italienischen Regierung gegen den Terrorismus. Die Sicherheitsvorkehrungen um die amerikanischen Vertretungen seien in ganz Italien sehr stark. "Wir haben alle mögliche Sicherheitsvorkehrungen ergriffen. Die Kooperation mit unseren Partnern ist von ausschlaggebender Bedeutung", sagte Boucher.

Die acht Marokkaner, die unter dem Vorwurf der Hehlerei und des Aufbaus einer terroristischen Organisation festgenommen wurden, sind in den USA nicht bekannt. Ihre Namen stehen nicht auf der Liste möglicher El Kaida-Anhänger. Die US-Botschaft in Rom dementierte eine Sperre des Gebäudes in den nächsten Tagen, um den Technikern ihre Arbeit zu ermöglichen. "Wir werden die Botschaft offen halten, unserer Ansicht nach ist dies notwendig", betonte ein Sprecher.(APA)

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