Vom Blau sein und machen

24. März 2002, 19:32
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Die Skala beginnt mit dem hellen Himmelblau und führt weiter über das grünliche Türkisblau zum Ultramarin und Indigo um schließlich beim dunklen Nachtblau zu enden.

Assoziationen

Positiv: die Sympathie, die Harmonie, die Freundlichkeit, die Freundschaft, die Ferne, die Weite, die Unendlichkeit, die Treue, die Sehnsucht, die Entspannung, die Stille, die Klugheit, die Wissenschaft, die Genauigkeit, die Pünktlichkeit, die Konzentration, die Sportlichkeit, die Leistung, der Mut, die Ewigkeit, die Wahrheit, das Ideale (Anmerkung der Autorin: auch hier gilt ähnlich wie bei der Farbe Rot die positiven Assoziationen sind überwiegend weiblichen Geschlechts)

Kulturelle Wirkung

Besonders im diesen Bereich gibt es sehr starke kulturelle Unterschiede. Wenn wir zu einem Deutschen sagen: „Du bist blau!", dann ist er betrunken. Ist er mit einem blauen Auge davongekommen, dann ist sein Schaden eher gering.

Später begegnet uns dieses Blau in sozialistischen Ländern als Friedensfarbe, aber auch als Farbe der italienischen und spanischen Faschisten.

Weitere Informationen zum Thema Blau

Allgemein: Treue, Adel, Himmel, friedlich, beständig, kalt, entspannend, heilend, Tiefe, Wahrheit, Weisheit, Denken, Vertrauen, Schutz, Frieden, still, technisch, beständig, konstruktiv, ruhig. Aber auch zuweil: Trauer, Schwermut (Englisch: I am blue) und Niederlage im Mythos der Cherokee Indianer (Norden = Heimat der blauen Geister = blau = Niederlage oder Unglück, wobei das Tragen von Rot als Abwehr oder Einfluss dienen sollte und den Gegner in den 'blauen Pfad' leiten sollte).

Wellenlänge: 440 bis 490 nm

Blau wird oft als die 'offizielle Farbe Jahr-2000' benannt!

Politik: konservativ

Latein: Sapphirus

Astrologie: Planeten: Jupiter, Neptun Zeichen: Krebs (Ultramarinblau), Jungfrau ( Blaugrün), Steinbock (Cyanblau + Schwarz), Wassermann ( Türkis+Grüngelb)

Monat: März, September, Dezember

Bei Autokäufern steht die Farbe Blau hoch im Kurs. Nachdem jahrelang rote Autos in Mode waren, trägt ein Viertel der im vergangenen Jahr neu zugelassenen Blechkarossen eine blaue Lackschicht. Den 864 000 nagelneuen Autos in Blau stehen allerdings schon 620 960 silbergraue Karossen gegenüber &endash; mit steigender Tendenz. Vor allem Frauen entscheiden sich häufig für eine blaue Lackierung, was Farbexperten nicht weiter verwunderlich finden, denn ihrer Meinung nach drückt die Farbe das Bedürfnis nach Ruhe, Ausgeglichenheit und Harmonie aus.

Die hellen Töne werden der Tagträumerei und der Weltflucht zugeordnet, während man mit dem dunklen Ultramarin Seelentiefe, Trost und Unterbewußtsein verbindet. Fragt man nach den Assoziationen, die diese Farbe hervorruft, spielen Himmel, Meer, Weite, See, Kühle und Wasser eine wichtige Rolle.

Wenn es um Kleidung geht, wird Blau oft mit Samt und Seide in Verbindung gebracht, mit dem mitternachtsblauen Samtkleid und dem Smoking. Natürlich taucht bei Umfragen nach Gedankenverbindungen zur Farbe Blau auch der blaue Anton auf, der eng mit dem blauen Montag verbun-den ist. Aber auch die indigogefärbten Jeans, die Uniform der Nonkonformisten, kommt vielen Befragten sofort in dem Sinn. Als nächstes denken sie an Matrosenkleider, an die blauen Jungs, dann erst an Uniformen. Dabei leitet das Preußischblau im Malkasten seinen Namen vom Dreß der Ulanen ab &endash; und manche Psychologen führen eine Abneigung gegen Blautöne auch auf eine Ablehnung jeder Uniformiertheit zurück.

Die blaue Blume der Romantik, die erstmals in dem Roman Heinrich von Ofterdingen) des romantischen Dichters Novalis aufblüht, ist ein von positiven Gefühlen begleitetes Symbol, das nicht nur Wandervögel und Botaniker beschäftigt: Ist damit vielleicht das Veilchen im Moose gemeint, die Kornblume das bescheidene Vergißmeinnicht oder die mit Staub bedeckte Wegwarte, die im Volks- märchen als Symbol für die ebenfalls blaue Treue steht? Aufmerksame Pflanzenfreunde haben festgestellt, daß es mehr wildwachsende Blaublüher gibt als Gewächshausblumen in diesem Farbton, denn niemand will blaue Tulpen, blaue Rosen oder blaue Nelken. Blaues Blut dagegen ist ein überaus anbetungswürdiges Attribut, wobei Sprach- und Ahnenforscher davon ausgehen, daß der Begriff aus Spanien stammt, wo “sangre azul" zunächst auf Hellhäutigkeit hinwies, denn nur auf weißer Haut zeichnen sich die Adern sichtbar ab.

Das kommt auch in vielen Begriffen zum Ausdruck, in denen Blau vim übertragenen Sinne wverwndet wird. Wer sich an den Fuß der blauen Berge träumt, eine Fahrt ins Blaue plant, um die blaue Blu- me der Romantik zu suchen, befindet sich demzufolge in einer etwas melancholischen Seelenstimmung, die häufig mit dieser Farbe verknüpft wird.

Goethe, der in seiner wissenschaftlich umstrittenen Farbskala Plus- und Minuspunkte vergab, stellte das weiche, sehnsuchtsvol-le Blau auf die Negativseite. Positiv zu Buche schlugen bei ihm Gelb, Orange und Purpur, Farben, die er als lebhaft und strebsam charakterisierte. Andere Farbenlehren sehen das nicht ganz so streng, der Bauhausmaler Johannes Itten beispielsweise hat eine eingene Theorie über die Wirkung und Zusammensetzung der Farben.

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