Abdullah: Kein Anti-Terror-Kampf gegen den Irak

26. Februar 2002, 09:25
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Saudiarabiens Kronprinz findet zu US-Politik deutliche Worte

Washington - Der saudiarabische Kronprinz Abdullah hat sich gegen eine Ausweitung des Anti-Terror-Kampfes auf den Iran und den Irak ausgesprochen. "Ich glaube nicht, dass der Krieg gegen den Terrorismus auf den Iran und den Irak zutrifft", sagte der Thronfolger und Regent dem US-Nachrichtenmagazin "Time" in einem am Montag auf der Internet-Seite der Zeitschrift veröffentlichtem Interview. Seine Meinung zur Irak-Politik der USA habe er Präsident George W. Bush mitgeteilt, und dort solle sie auch bleiben.

Wenn es im Iran und im Irak Terrorismus gebe, dann sei dieser das Ergebnis kleiner Randgruppen, nicht der Regierungen, sagte Abdullah. Der Iran trage sogar zur Stabilität in der Region bei. "Es gab in der Vergangenheit Spannungen (mit dem Iran), aber diese sind gelöst", sagte der Kronprinz.

Bush hatte den Iran und den Irak zusammen mit Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet und den Ländern vorgeworfen, sie strebten nach Massenvernichtungswaffen. Die Spekulationen über ein militärisches Vorgehen der USA gegen den Irak haben neuen Auftrieb erhalten, als bekannt wurde, dass Bush und der britische Premier Tony Blair sich im April über eine Militäraktion als "zweite Phase" des Kampfes gegen den Terrorismus verständigen wollten.(APA/Reuters)

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