New Yorks Bürgermeister Bloomberg will Brooklyn Bridge verkaufen

26. Februar 2002, 06:52
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Die leeren Stadtkassen verlangen drastische Maßnahmen

New York - Um die leeren Kassen der Metropole New York wieder zu füllen, denkt der Bürgermeister der Stadt, Michael Bloomberg, offenbar an einen Verkauf der historischen Brooklyn Bridge sowie von drei weiteren Brücken über den East River nach. "Die Vorschläge zum Verkauf der Brücken sind in der Beratung", sagte Bloombergs Sprecher Jordan Barowitz am Montag Journalisten in New York. Als möglicher Käufer käme eventuell eine Abteilung der New Yorker Verkehrsgesellschaft in Betracht, deren Sprecher sich allerdings zu den Brücken-Plänen am Montag nicht näher äußern wollte.

Bloomberg, der kurz nach den Anschlägen vom 11. September zum Nachfolger von Bürgermeister Rudolph Giuliani gewählt worden war, erbte damit einen Haushalt, in dem sich bei geplanten Ausgaben von 40 Milliarden Dollar (45,7 Mrd. Euro/629 Mrd. S) im Haushaltsjahr ein Riesen-Loch von fünf Milliarden Dollar auftut. Dies könne, so der Sprecher Bloombergs, wenigstens zum Teil durch die Brücken- Veräußerung gefüllt werden. In Betracht kämen danach außer Brooklyn Bridge auch Manhattan Bridge, Williamsburg Bridge und Queensboro Bridge, die alle über den East River führen und die Stadtteile Brooklyn und Queens mit Manhattan verbinden.

In New York wird mit ähnlich starkem Widerstand gegen den Verkaufsplan für die Brücken gerechnet wie bei dem Vorschlag Bloombergs, für die Überquerung der Brücken künftig eine Maut-Gebühr zu erheben. Bisher ist dies kostenlos. New York hat erhebliche wirtschaftliche Probleme, die durch die Folgen des Flugzeug-Anschlags auf das World Trade Center am 11. September noch verschärft wurden. Bei dem Anschlag kamen nicht nur rund 3000 Menschen ums Leben, die Folge war auch ein Verlust von rund 110.000 Arbeitsplätzen und die Schließung Tausender meist kleinerer Unternehmen. (APA/Reuters)

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    foto: afpi/feferberg
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