Drei Wege zu mehr Geburten

25. Februar 2002, 20:10
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Anreize, den Kinderwunsch zu realisieren: Um soziale Verbesserungen für Frauen führt kein Weg vorbei

Wien - Niedrige Geburtenraten werden zunehmend als politisches Problem gesehen: 23 Staaten haben 1996 bei den UN eine zu geringe Fertilität gemeldet, 1999 waren es schon 28. Der Australier Peter McDonald hat durchgehend festgestellt, dass vor allem sehr junge Frauen im Durchschnitt eine höhere Kinderzahl anstreben als dann tatsächlich erreicht wird.

Einzelne Anreize reichen nicht aus, damit der Kinderwunsch auch realisiert wird - auch wenn McDonald vorschlägt: "Wir sollten junge Leute fragen, was ihre Entscheidungen ändern würde." Auch sollte sich die jeweilige nationale Politik darüber klar sein, wie viel Bevölkerungspolitik sie eigentlich machen will. Oder umgekehrt: eine wie starke Schrumpfung der Bevölkerung erträglich ist. Sein Institut hat international drei Bündel von Maßnahmen definiert, um die Einwohnerzahl zu stabilisieren:

  • Finanzielle Anreize. Dazu gehören alle Arten von Beihilfen, vom Kindergeld über Sachleistungen (subventionierte Schulfahren, Sportplätze, medizinische Betreuung) bis zu Wohnbeihilfen und Steuernachlässen für kinderreiche Haushalte.

  • Initiativen im Bereich Beruf und Familie. Hier geht es nicht nur um alle Formen von Mutterschafts- und Elternurlaub. McDonald fordert auch Diskriminierungsverbote für Mütter am Arbeitsplatz sowie: "Die Arbeitszeiten müssen im Einklang mit den Schulzeiten sein."

  • Soziale Veränderungen zugunsten von Kindern und Eltern. McDonald fordert in diesem Zusammenhang eine höhere Akzeptanz von Teilzeitarbeit (ergänzt durch anteiliges Arbeitslosengeld) sowie eine Förderung einer kinderfreundlichen Wohnumgebung bis hin zu kindgerechten Vorkehrungen in Freizeiteinrichtungen und Einkaufszentren. Wichtig sei auch eine Anerkennung der Rolle von Vätern als Elternteil - inklusive der Tatsache, dass Väter auch Zeit brauchen, sich um Kinder zu kümmern.
    (cs)

    (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.2. 2002)
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