Talente zum Schwingen bringen

25. Februar 2002, 19:59
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Mozarteumkongress über den Einfluss der Musik in der Bildung

Salzburg - Schon Sokrates war der Überzeugung, dass Musik die "vorzüglichste" Form der Erziehung darstelle. Auf welchen Mechanismen aber die bei Pädagogen weit verbreitete Weisheit vom "Nutzen der Musik" beruht, ist bisher weitgehend "ohne wissenschaftliches Fundament geblieben", stellt Begabungsforscher Hans Günther Bastian von der Universität Paderborn fest.

Bastian hat in einer sechsjährigen Studie den Einfluss von erweiterter Musikerziehung auf die Entwicklung von Kindern erhoben und trägt seine Erkenntnisse auf dem Kongress "Mensch und Musik" vor, zu dem die Universität Mozarteum Musikpädagogen und Neurowissenschafter von 7. bis 9. März nach Salzburg eingeladen hat.

Eine der möglichen Antworten auf die Mechanismen, wie Musik die intellektuellen, kreativen, sozialen und psychomotorischen Begabungen fördern kann, gibt Nils Birbaumer von der Uni Tübingen: Aktives Musizieren habe wie keine andere menschliche Tätigkeit dauerhaften Einfluss auf Gehirnanatomie und -physiologie, da viele Hirnsysteme zugleich erregt würden. Dies konnte der Medizinpsychologe in neurobiologischen Untersuchungen feststellen.

Hirn neu organisiert

Selbst im erwachsenen Gehirn fänden durch das Musizieren weitreichende Neuorganisationsprozesse statt. So intensivieren und vergrößern sich bei professionellen Saiteninstrument-Spielern je nach Trainingsintensität jene Hirnfunktionen, welche die Koordination von Händen und Fingern steuern. (neu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. 2. 2002)

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