ISAF-Kommandeur warnt vor weiteren Anschlägen

25. Februar 2002, 19:23
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Deutscher Kommandant sieht größte Gefahr in neu formierten Taliban- und El-Kaida-Kämpfern

Hamburg/Kabul - Brigadegeneral Carl Hubertus von Butler, Kommandeur des deutschen Kontingents der Afghanistan-Schutztruppe (ISAF), hat vor einem möglichen Angriff auf die in Kabul stationierten Soldaten gewarnt: "Wir müssen jeder Zeit mit Anschlägen gegen uns rechnen - möglicherweise von Reststrukturen der Taliban und El Kaida", sagte von Butler dem "Hamburger Abendblatt" (Dienstag- Ausgabe). Der ISAF gehören rund 900 Bundeswehrsoldaten an, auch österreichische Soldaten sind in das deutsche Kontingent integriert .

Weitere Gefahren und Risiken sieht von Butler in der hohen Kriminalität, in Minen und Blindgängern und den chaotischen Verkehrsverhältnissen. Der General schließt nicht aus, dass der Bundeswehreinsatz über den 20. Juni hinaus verlängert wird. Die Bundeswehr ist nach seiner Ansicht aber nicht in der Lage, eine führende Rolle in Afghanistan zu übernehmen: "Wir sind an unterschiedlichsten Stellen der Erde im Einsatz. Das beansprucht die Kräfte der Bundeswehr bis an ihre Grenze."

Wie von Butler am Montag in Kabul erläuterte, gibt es in Afghanistan keine Zusammenarbeit zwischen der ISAF-Truppe und der in Afghanistan kämpfenden zirka 100 Mann starken deutschen Spezialeinheit KSK. Die KSK-Soldaten kämpften im Rahmen der von den USA geführten Operation "Dauerhafte Freiheit". Er wisse nichts über die Mission der deutschen Spezialeinheit und ihren Aufenthalt. Die ISAF und die KSK hätten zwei separate Aufträge.

Afghanische Sicherheitskräfte haben drei mutmassliche El-Kaida Mitglieder festgenommen. Die drei Verdächtigen seien am Sonntag in der Nähe der Stadt Mokur in der südöstlichen Provinz Ghazni gefasst worden, meldete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP am Montag. Sie stützte sich auf Informationen des amtlichen Senders Radio Kabul. Demnach waren die Männer auf der Strasse zwischen zwischen Kabul und Kandahar unterwegs.

Die USA kündigten am Montag das Ende von Sanktionen an, die sie wegen der Opiumproduktion gegen Afghanistan verhängt hatten. Damit wolle Washington die Interimsregierung in Kabul unterstützen, sagte ein Vertreter des US-Aussenministeriums. Der Schritt liege im "nationalen Sicherheitsinteresse" der USA.(APA/dpa)

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