Kongolesische Friedensgespräche eröffnet

25. Februar 2002, 21:10
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Flüchtlingsgruppe verschaffte sich mit gefälschten Einladungen Zutritt zum Konferenzgelände

Johannesburg/Sun City - Der Präsident von Südafrika, Thabo Mbeki, hat am Montag in Sun City nach mehrstündiger Verspätung die innerkongolesischen Versöhnungsgespräche eröffnet. In seiner an die 300 Delegierten gerichteten Rede sprach er die Hoffnung aus, dass die Verhandlungen über Frieden in der Demokratischen Republik Kongo positiv verlaufen. Erste Gesprächsergebnisse zeugten vom Willen der Afrikaner, ihre eigenen Probleme friedlich zu lösen, sagte Mbeki in dem luxuriösen Ort nordwestlich von Johannesburg.

Der Beginn der Tagung hatte sich verzögert, nachdem eine Gruppe von 100 selbst ernannten kongolesischen Flüchtlingen sich mit gefälschten Einladungen Zutritt zum Konferenzgelände verschafft hatte. Die von der Polizei vertriebene Gruppe hatte behauptet, die Union für Demokratischen und Sozialen Fortschritt zu repräsentieren, und forderte eine Zulassung zu den Gesprächen. Der offizielle Beginn verzögerte sich auch wegen der schleppenden Akkreditierung der Delegationen daher um mehrere Stunden.

Neuordnung Zaires

Bei dem von der Europäischen Union, den USA und Gastgeberland Südafrika finanzierten Dialog geht es in den kommenden 45 Tagen um die politische Neuordnung des früheren Zaire. Nach dreieinhalb Jahren Bürgerkrieg in der heutigen Demokratischen Republik Kongo mit geschätzten 2,5 Millionen Toten wollen 300 Vertreter von Regierung, Oppositionsparteien, Rebellen und der Kirchen einen Ausweg aus dem blutigen Konflikt suchen. Trotz vorheriger Boykottdrohungen waren alle Konfliktparteien in dem südafrikanischen Spielerparadies erschienen. "Jeder, der etwas zu sagen hat, scheint gekommen zu sein", erklärte der südafrikanische Außenamts-Sprecher Dumisani Rasheleng.

Die Konfliktparteien hatten im Waffenstillstandsabkommen von Lusaka (Sambia) von 1999 der Einsetzung einer Übergangsregierung bis zu den ersten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit der früheren belgischen Kolonie zugestimmt. Allerdings war der Friedensprozess zuletzt ins Stocken geraten. Eine erste Gesprächsrunde in Addis Abeba (Äthiopien) war nach Ansicht von Beobachtern vor allem an mangelhafter Vorbereitung und Geldmangel gescheitert. Der kongolesische Präsident Joseph Kabila strebt den Rückzug der ausländischen Interventionstruppen aus dem zentralafrikanischen Riesenreich an. Neben Angola sind das vor allem Uganda, Ruanda und Simbabwe. Namibia hat seine Truppen abgezogen. (APA/dpa)

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