Börse: Abschied von Austria Tabak

25. Februar 2002, 21:56
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Ditz: "Verkauf war ein Superdeal"

Wien - Ein Dreivierteljahr nach dem Verkauf an die britische Gallaher-Gruppe ist auch der letzte Rauch der Austria Tabak (AT) an der Wiener Börse verraucht. Seit Montag werden die AT-Papiere und Optionsscheine endgültig nicht mehr gehandelt.

Noch nicht restlos aufgeklärt sind indes die Vorgänge im ÖIAG-Aufsichtsrat rund um den Verkauf des 41-prozentigen Staatsanteils. Berichte, wonach die ÖIAG-Spitzenrepräsentanten ihre Informationspflichten verletzt hätten, indem die Aufsichtsratsmitglieder im Vorfeld der Verkaufsentscheidung nicht umfassend informiert wurden, wies der mittlerweile abgelöste ÖIAG-Vorstand Johannes Ditz im STANDARD-Gespräch zurück: "Ich habe alle mündlich umfassend informiert und die Sorgfaltspflicht in keinster Weise verletzt."

"Superdeal"

Dass keine schriftlichen Unterlagen ausgegeben wurden, wie der Linzer Arbeits- und Sozialrechtsprofessor Peter Jabornegg in einem Gutachten kritisierte, sei eine Bedingung der beiden AT-Hauptinteressenten, Gallaher und Altadis, gewesen, so Ditz. Er habe die Aufsichtsräte deshalb eingeladen, Einsicht in seine Unterlagen zu nehmen. Auch der Vorwurf, die Verkaufsentscheidung sei überhastet "durchgepeitscht" worden, gehe ins Leere: "Der AT-Verkauf war ein Superdeal", also habe man den Privatisierungs- beschluss beschleunigt. Mit 770,33 Mio. Euro (10,6 Mrd. S) sei Gallaher Best- und Höchst- bieter gewesen. (ung)

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