Afghanische Interimsregierung: Hekmatyar ist ein Kriegsverbrecher

25. Februar 2002, 18:30
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Kabul will im Exil lebenden Ex-Premier den Prozess machen

Teheran - Die afghanische Übergangsregierung betrachtet den Ex-Ministerpräsidenten Gulbuddin Hekmatyar als Kriegsverbrecher. Wie ein Sprecher des Kabuler Außenministeriums am Montag mitteilte, würde der Chef der fundamentalistischen "Hezb-i-Islami" als solcher behandelt, wenn er nach Afghanistan zurückkehren sollte. Hekmatyar, der im Exil im Iran lebt, hat sich gegen die Interimsregierung unter Hamid Karsai ausgesprochen, weil sie von den USA eingesetzt worden sei.

In den Augen des Paschtunen Hekmatyar wird die Übergangsregierung von der Nordallianz beherrscht, in der die paschtunische Bevölkerungsmehrheit kaum vertreten ist. Der Iran hat Hekmatyar alle politischen Aktivitäten untersagt.

Hekmatyar war ein enger Verbündeter der USA und Pakistans während des Krieges gegen die sowjetischen Besatzer in den 80er Jahren. Im Bürgerkrieg von 1992 bis 1996 war er maßgeblich an der Zerstörung Kabuls beteiligt. Schließlich setzte er seine Ernennung zum Premier durch den damaligen Präsidenten Burhanuddin Rabbani durch. Nach der Eroberung Kabuls durch die Taliban floh er in den Iran. (APA/AP)

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