Auch Unternehmer wollen Abfertigung

25. Februar 2002, 18:57
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Wirtschaftskammer will Gleichbehandlung für Freiberufler und Gewerbetreibende

Wien - Auch Freiberufler und Gewerbetreibende sollen - wie die Arbeitnehmer mit der "Abfertigung neu" - die Chance auf eine steuerbegünstigte Abfertigung haben. Das schlagen die Sozialpartner auf Wunsch der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) der Regierung in einem ergänzenden Vorschlag zu ihren paktierten "Eckpunkten für die Reform der Abfertigung" vor.

Auch für Unternehmer soll die Firma demnach monatlich Beiträge in eine Abfertigungskassa einzahlen und als Betriebsausgabe steuermindernd absetzen können. So wie die Arbeitnehmerbeiträge sollen diese Gelder frei von der Kapitalertragsteuer veranlagt werden können. Später sollen auch die Arbeitgeber ihre Abfertigung steuerbegünstigt (sechs Prozent Steuer) entweder als Einmalzahlung oder als Zusatzpension bekommen.

Der Vorstoß kommt von der WKÖ, die bei der Eigenvorsorge Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichgestellt sehen möchte: "Eigenvorsorge ist ein Bürgerrecht. Aus Gründen der Gleichbehandlung ist nicht einzusehen, warum nur für einen Teil der Bürger steuerbegünstigt eine zweite Pensionssäule aufgebaut wird und ein zweiter Teil der Bevölkerung ausgeschlossen sein soll", argumentiert der stellvertretende WKÖ-Generalsekretär, Reinhold Mitterlehner, im Gespräch mit dem Standard.

ÖGB lässt prüfen

Für die Arbeitnehmer ist die Unternehmerabfertigung kein heißes Thema. "Wir wollen, dass die damit verbundenen steuerlichen Auswirkungen geklärt werden, und haben das auch in der Zusatzvereinbarung festgehalten", sagt dazu der leitende Sekretär des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Richard Leutner. Am Zug sei jetzt der Finanzminister. Ein erster Vorschlag lautet auf 27 Euro pro Monat, die für Unternehmer vierzig Jahre lang einzuzahlen wären. (Lydia Ninz, DER STANDARD, Printausgabe 26.2.2002)

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