Teure Autos in Österreich

26. Februar 2002, 12:51
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EU-Preisvergleich: 31 Modelle sind um mehr als 20 Prozent teurer als in anderen Euro-Ländern

Brüssel - Österreich war auch knapp vor der Einführung des Euro gemeinsam mit Deutschland das teuerste Euro-Land für einen Autokauf, geht aus einem Preisvergleich der EU-Kommission hervor, der sich auf den 1. November 2001 bezieht und am Montag veröffentlicht wurde. Die Konvergenz der Autopreise (werkseitig empfohlener Einzelhandelspreis vor Steuern) habe noch nicht stattgefunden, merkt die EU-Behörde an.

31 der untersuchten 80 Automodelle kosten in Österreich um mindestens 20 Prozent mehr als einem anderen Euro-Land. Nur in Deutschland, wo 41 Modelle zum höchsten Preis innerhalb der Eurozone angeboten werden und 40 Modelle um mindestens 20 Prozent teurer sind als in günstigszen Euro-Land, muss der Konsument tiefer in die Tasche greifen. Besonders hoch seien die Preisunterschiede für Mittelklasse und kleinere Wägen, so die EU-Kommission.

Hochpreisland

Bei den meisten gängigsten Modellen ist Österreich ein Hochpreisland. Der Opel Corsa kostet in Österreich 8.357 Euro, in Portugal 6.531 Euro (Differenz 1826 Euro/25.100 S). Am Opel Astra hängt in Österreich ein Preiszettel mit 11.684 Euro, in Finnland sind es 9.275 Euro (Differenz rund 2.400 Euro/33.000 S). Beim Vectra macht der Preisunterschied bei 16.067 zu 11.946 Euro in Finnland bereits 4.121 Euro (56.700 S) oder 34 Prozent aus. Bei den VW-Modellen steigen die Österreicher vor allem beim Golf schlecht aus: Er kostet mit 11.493 Euro um rund 2.500 Euro mehr als in Finnland - aber weniger als in den Nachbarländern Deutschland und Italien.

Der Peugeot 307 kostet in Österreich um 2.575 Euro weniger als in Griechenland, der Renault Clio um 1.700 Euro weniger als in den Niederlanden. Diesmal ist kein einziges Auto in Österreich "am billigsten", während acht mit den teuersten Preis in der Eurozone zu Buche stehen. Nur bei 19 Modellen beträgt der Preisabstand zwischen Österreich und dem günstigsten Euro-Land weniger als 10 Prozent, wobei acht davon das Segment G (Geländewagen und Vans) betreffen. Der Rest sind hauptsächlich Mercedes, BMW und Volvo (zusammen acht Modelle), die nur mehr sehr geringe Preisunterschiede zwischen den EU-Staaten praktizieren.

Rentabler Preisvergleich

So richtig rentabel kann der Preisvergleich bei ausgefalleneren Modellen werden, wenn der Österreicher auch über die Grenze der Eurozone hinausschaut. So stand der Alfa Romeo 166 am 1. November 2001 in Österreich mit 25.516 Euro auf der Liste, in Dänemark waren es 18.041 Euro, knapp 7.500 Euro oder über 100.000 S weniger. Beim Peugeot 607 ist im Listenvergleich zu Dänemark eine Ersparnis von über 7.500 Euro möglich, knapp 5.800 Euro (80.000 S) sind es beim Saab 9-5. Beim Opel Omega ergibt sich gegenüber Finnland ein Preisunterschied von 6.500 Euro (knapp 90.000 S). (APA)

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