New York City versinkt im Haushaltsmüll

26. Februar 2002, 09:14
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Täglich fallen 12.500 Tonnen an

New York - New York City droht im eigenen Müll zu versinken, nachdem die einzige große Mülldeponie der Stadt vor knapp einem Jahr geschlossen worden war. Der damals gefasste Plan, die täglich anfallenden 12.500 Tonnen Haushaltsabfall per Schiff und Bahn in dünner besiedelte Gebiete vor allem im US-Bundesstaat Pennsylvania zu verfrachten, ist nach einem Bericht der "New York Daily News" vom Montag gescheitert.

Trümmerlager

Die Mülldeponie "Fresh Kills" auf der zur Stadt New York gehörenden Insel Staten Island war Anfang vergangenen Jahres wegen Überfüllung aufgegeben worden. Aus Not wurde sie nach den Terroranschlägen vom 11. September erneut in Betrieb genommen, allerdings nur als Lager für die Trümmer des zerstörten World Trade Centers.

Explodierende Kosten für Müllentsorgung

Durch den weiten Transportweg des täglich erzeugten Abfalls haben sich die Kosten für die städtische Müllentsorgung für das Jahr 2002 auf mehr als eine Milliarde Dollar (1,14 Milliarden Euro) erhöht. Das sei 50 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren, schreibt die Zeitung. Noch mehr Kopfzerbrechen macht dem Magistrat jedoch, dass mehrere von der Stadt gewählte Optionen für die Entsorgung inzwischen wegen Bürgerprotesten, mehrerer Prozesse und unter anderem eines Bestechungsskandals ausscheiden.

"Wir haben die denkbar schlimmste Situation", sagte der frühere Direktor der New Yorker Müllabfuhr, Benjamin Miller, der Zeitung. "Die Müllwagen der Stadt fahren hunderttausende Male im Jahr in die und aus der Stadt" in die benachbarten Bundesstaaten. Als Folge habe New York enorme Kosten, Luftverschmutzung, Verkehrsprobleme und zusätzliche Unfälle zu verkraften, sagte Miller. (APA/dpa)

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