Eishockey: Kanada im Freudentaumel

25. Februar 2002, 16:06
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Der Finalerfolg über die USA stürzt das Land in einen kollektiven Siegesrausch - Gretzky: "Unsere harte Arbeit hat sich ausgezahlt"

Salt Lake City - "Fantastisch, wundervoll. Das ganze Land und ich sind sehr stolz auf unsere großartige Mannschaft", jubelte Kanadas Eishockey-Legende Wayne Gretzy nach dem 5:2-Triumph gegen die USA. "The Great One" machte den Erfindern des Eishockeys das lang ersehnte Gold-Geschenk und sich selbst unsterblich.

Mission erfüllt

Gretzky, der als Kanadas Exekutiv-Direktor das Olympia-Team zusammen stellte, hatte seine Gold-Mission erfüllt und auf den Tag genau halbes Jahrhundert nach dem letzten Olympiasieg 1952 in Oslo das Mutterland des Eishockeys mit der siebten Goldmedaille erlöst. "Unsere harte Arbeit hat sich ausgezahlt", meinte der 41-Jährige, der in der NHL fast alle Rekorde aufgestellt, aber vor vier Jahren in Nagano als Vierter ein bitteres Ende seiner eindrucksvollen Spielerkarriere erlebt hatte.

Lemieux im Freudentaumel

"Wayne hat alles richtig gemacht. Gold ist für mich wertvoller als meine zwei Stanley-Cup-Siege", schwärmte Mega-Star Mario Lemieux nach dem NHL-Familientreffen, bei dem man sich auf dem Eis nicht wehtat und sich nachher gegenseitig mit Komplimenten überhäufte. Nach dem 2:5-Fehlstart gegen Schweden und dem mühsamen 3:2 gegen Deutschland hatten sich die Kanadier von Spiel zu Spiel gesteigert und sich im Finale ihrer Stärke besonnen. "Wir wollten gutes, altes kanadisches Hockey spielen. Das ist uns mit Erfolg gelungen", sagte Joe Sakic, der zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt wurde.

Erster US-Niederlage au heimischem Boden seit 1932

Mit dem historischen Sieg, den Scharfschütze Sakic von den Colorado Avalanche und Olympia-Neuling Jerome Iginla von den Calgary Flames als zweifache Torschützen sowie Paul Kariya (Anaheim Mighty Ducks) sicherstellten, stürzte der 21-fache Weltmeister die US-Nation ins Unglück. Die Siegesserie der USA, die seit dem 1:2 gegen Kanada am 4. Februar 1932 in 25 Olympia-Spielen im eigenen Land ungeschlagen blieben, ging 22 Jahre nach dem letzten Olympiasieg 1980 in Lake Placid zu Ende.

Profis nach Turin?

Ob die Profis aus der NHL zum dritten Mal nach Nagano und Salt Lake City an Olympia teilnehmen, darüber wird schon unmittelbar nach den Winterspielen zwischen der NHL und dem Weltverband (IIHF) verhandelt. Das letzte Wort haben allerdings die Besitzer der 30 NHL-Clubs, denen der Profit aus der Liga mehr am Herzen liegt und die deshalb zu keinen Kompromissen hinsichtlich Termingestaltung und Spielerfreigabe bereit sind. Die hoch dotierten Stars und auch die Trainer votierten nach dem Finale für eine Teilnahme in Turin. "Salt Lake City war ein Traum, und Turin braucht die Dream-Teams", erklärte der kanadische Trainer Pat Quinn.(APA)

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    Kanadas Spieler posieren für das Siegerphoto

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