Aktionsplan für Riskokapital

25. Februar 2002, 15:43
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WKÖ und Risikokapitalgeber wollen Mittelbetriebe verstärkt von bestehenden Kreditfinanzierungen weg holen

Wien - Bessere Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital in Österreich fordern die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Dachorganisation der heimischen Private Equity und Risikokapitalgeber, die Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation (AVCO) am Montag in Wien. Anlässlich einer mit über 300 Teilnehmern gut besuchten Veranstaltung der WKÖ zum Thema "Private Equity und Venture Capital" fordern sie einen nationalen österreichischen Aktionsplan zur Förderung des heimischen Risikokapitals.

Eines der Ziele eines solchen Aktionsplanes sei es, die heimischen Klein- und Mittelbetriebe auch in Hinblick auf die verschärften Eigenkapitalvorschriften von Basel II von den bestehenden Kreditfinanzierungen weg zu holen und durch alternative Eigenkapitalfinanzierung die sehr niedrige Eigenkapitalquote und hohe Abhängigkeit von Bankfinanzierungen zu verbessern, führte der stellvertretende Generalsekretär der WKÖ, Reinhold Mitterlehner, bei einem Pressegespräch vor Journalisten aus.

EU-weiter Aktionsplan Risikokapital

Der Aktionsplan der Wirtschaftskammer sieht in Anlehnung an den EU-weiten Aktionsplan Risikokapital im Detail einen Beteiligungsfreibetrag für Business Angels (privaten Investoren) in Form eines Beteiligungsfreibetrages in Höhe von 20.000 Euro (275.206 S) vor. Das koste Budget wirksam bis zu 20 Mill. Euro, so Mitterlehner. Weiters sieht der Plan die rasche Umsetzung von neuen Fördersystemen für Beteiligungsinvestments vor und in diesem Zusammenhang die rasche Umsetzung des in Vorbereitung befindlichen "Business plus Capital"-Programmes. Überlegenswert sei dabei auch die Förderung der due-diligence-Kosten für ein Beteiligungsprojekt, so Mitterlehner.

Eine weitere Forderung der WKÖ zielt auf die Attraktivierung und Flexibilisierung von Mittelstandsfinanzierungsgesellschaften (MFG) hin: So sollen durch die Aufhebung der 49-Prozent- Beteiligungsgrenze Management Buy Outs/Ins unterstützt werden. Beteiligungen im Energiebereich und bei Finanzdienstleistern sollten ermöglicht werden. Mitterlehner spricht sich auch für eine Stärkung der Wiener Börse als aufnahmefähigen Kapitalmarkt aus.

Eine weitere WKÖ-Forderung betrifft die rasche Umsetzung der Idee des "double equity", die Verdoppelung des Eigenkapitals von Unternehmensgründern durch einen garantierten Kredit oder eine garantierte Venture-Capital-Beteiligung und das verstärkte zusammenführen von Unternehmen und Investoren. Auch die Intensivierung der Zusammenführung von Unternehmen und Investoren ist Mitterlehner ein Anliegen.(APA)

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