CERN-Forscher füllen Anti-Wasserstoff in Magnet-"Behälter"

26. Februar 2002, 19:44
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Wie viele Atome es sind, ist noch unklar

Genf - Antimaterie-Forschern tüfteln seit langem an geeigneten Behältern für erzeugte Anti-Materie. Da sich Anti-Materie mit normaler Materie ja bekanntlich nicht "verträgt", kommen Behälter aus Materie nicht in Frage. Nun haben amerikanische Physiker am europäischen Forschungszentrum CERN Anti-Wasserstoff-Atome in eine magnetische Falle gesperrt. Wie viele Atome es sind, ist allerdings noch unklar.

Laut weitgehend anerkannten physikalischen Theorien gibt es für jedes Teilchen ein Anti-Teilchen, mit genau den gleichen Eigenschaften (natürlich aber mit genau entgegen gesetzter Ladung). Trifft allerdings ein Teilchen sein Antiteilchen, so reagieren explosiv in gemeinsamer Selbstvernichtung. Tatsächlich konnten in Beschleunigern mittlerweile etwa Anti-Elektronen (die man folgerichtig "Positronen" nannte) und Anti-Protonen hergestellt werden. Hatte man diese erst einmal erzeugt, lag der Wunsch nahe, aus Positronen und Anti-Protonen Anti-Wasserstoff herzustellen. Dies gelang gegen Ende der neunziger Jahre.

Zu schnell

Allerdings waren diese Anti-Atome fast mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs, keine Chance ihrer habhaft zu werden. Gerald Gabrielse und sein Kollegen von der Harvard University (USA) haben Anti-Protonen innerhalb von starken magnetischen Feldern eingefangen und diese anschließend einem Strahl von Positronen ausgesetzt. Anschließend legten die Wissenschafter ein elektrisches Feld an, und es zeigte sich, dass nicht alle gefangenen Teilchen auf das elektrische Feld reagierten.

Die Forscher schlossen daraus, dass sich einige der Anti-Protonen mit Positronen zu Anti-Wasserstoff zusammengeschlossen haben mussten. Im Gegensatz zu seinen Einzelteilen ist Anti-Wasserstoff - wie auch ein normales Wasserstoffatom aus einem Proton und einem Elektron - elektrisch neutral und reagiert nicht auf elektrische Felder. Noch ist unklar, wie viele Anti-Wasserstoff-Atome eingefangen wurden, weitere Untersuchungen kündigten die Wissenschafter für Mai an.(APA)

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