Leitl: "Machen uns in Europa lächerlich"

26. Februar 2002, 12:01
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WK-Präsident zeigt Unverständnis gegenüber negativen Einstellungen zur Osterweiterung - Bartenstein attestiert Win-Win-Situation

Wien - Die Kosten der Osterweiterung belaufen sich laut Wirtschaftsminister Martin Bartenstein pro Kopf und Jahr auf 25 Euro (344 S), das sei eine "verkraftbare Größenordnung", sagte der Wirtschaftsminister am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Erweiterung bedeute für Österreich eine Win-Win-Situation.

Sehr "bemerkenswert" sei für ihn die Tatsache, dass die Zustimmung der österreichischen Bevölkerung zur Erweiterung von 51 Prozent Ja-Stimmen vor einem Jahr im Jänner 2002 auf 60 Prozent gestiegen sei. Die Ablehnung habe im selben Zeitraum von 44 auf 35 Prozent abgenommen - und das vor dem Hintergrund eines "Volksbegehrens, das uns alles andere als Freude gemacht hat", sagte der Minister.

Der Nutzen der Erweiterung sei ungleich größer als die Kosten, besonders für Österreich, unterstrich Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Wenn gerade aus Österreich übergroße Skepsis zur Erweiterung komme, mache man sich auf Europaebene lächerlich. "Die sagen, ihr profitiert am meisten und seid die größten Erbsenzähler".

Im Jahr 2000 seien bereits zwei Drittel aller österreichischen Auslandsinvestitionen nach Mittel- und Osteuropa geflossen. Dieser Anteil sei im ersten Halbjahr 2001 noch weiter gestiegen, sagte Bartenstein. Sorgen über negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hätten sich nicht bewahrheitet: Seit der Ostöffnung 1989 seien in Österreich dadurch rund 120.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden.(APA)

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