Die Überraschungen

25. Februar 2002, 13:25
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Salt Lake City - Auch die Olympische Spiele in Salt Lake City brachten viele überraschende Sieger und für so manche Sportler große Enttäuschungen: Während Favoriten wie Michaela Dorfmeister (AUT), Hilde Gerg (Ski Alpin/GER), Per Elofsson (Langlauf/SWE), Jeremy Wotherspoon (Eisschnelllauf/CAN) oder die Eishockey-Stars Schwedens und Tschechiens leer ausgingen, holten in Salt Lake City krasse Außenseiter wie Steven Bradbury oder Daniela Ceccarelli sensationell Olympia-Gold und Popularität:

  • Nachfolgend eine Auflistung verschiedener Sensationen dieser Winterspiele:

    SKI ALPIN: Insbesondere die Damen-Disziplinen waren von Außenseitersiegen durch die Französin Carole Montillet (Abfahrt) und die Italienerin Daniela Ceccarelli (Super G), die bisher noch kein Weltcuprennen gewonnen haben, geprägt. Janica Kostelic zählte zwar zu den Favoritinnen, doch mit drei Goldenen (Salom,RTL,Kombi) hat auch sie in den kühnsten Träumen nicht gerechnet. De 20-jährige Kroatin ist die erste Alpin-Läuferin, die an einem Ort vier Olympia-Medaillen gewonnen hat.

    SNOWBOARD: Der im Weltcup noch erfolglose Schweizer Philipp Schoch, der knapp die Quali überstanden hatte, gewann im Parallel-RTL überraschend Gold.

    BIATHLON: Die 26-jährige Russin Olga Pylowa holte mit dem ersten Einzelsieg ihrer Karriere gleich Olympia-Gold und ließ favorisierte Läuferinnen wie Magdalena Forsberg, Liv Grete Poiree oder Uschi Disl hinter sich. "Supermann" dieser Spiele war der Norweger Ole Einar Björndalen, der aber vier Olympiasiegen wohl selbst nicht erwartet hat.

    SKISPRINGEN: Der Schweizer Skispringer Simon Ammann sorgte für das Wintermärchen schlechthin. Das 20-jährige Leichtgewicht, im Weltcup noch ohne Sieg, war erst im Jänner schwer gestürzt und kürte sich einen Monat später durch Siege auf der 90 m- und 120 m-Schanze zum Doppel-Olympiasieger.

    SKILANGLAUF: Die Italienerin Gabriella Paruzzi gewann nach der Disqualifikation der Doping-Sünderin Larissa Lasutina (RUS) überraschend Gold über 30 km klassisch. Zuvor hatte die 32-Jährige nur mit der italienischen Staffel Podestplätze erreicht. Auch der Russe Michail Iwanow, der vom Ausschluss Johann Mühleggs (ESP) profitierte, holte mit Gold über 50 km klassisch seinen ersten Einzeltitel.

    EISKUNSTLAUF: Nicht die Topfavoritinnen Michelle Kwan (USA) oder Irina Slutskaja (RUS), sondern die erst 16-jährige US-Außenseiterin Sarah Huges durfte über Gold triumphieren.

    EISSCHNELLLauf: Die US-Amerikanerin Chris Witty, die wochenlang an Pfeifferschem Drüsenfieber gelitten hatte, gewann Gold über 1.000 m der Damen in neuer Weltrekordzeit. Über 1.000 m der Herren überraschte der 30-jährige Niederländer Gerard van Velde in neuer Weltrekord-Zeit.

    SHORT TRACK: Die kurioseste Goldmedaille erhielt Steven Bradbury, der vom Kollektiv-Sturz seiner Rivalen profitierte und als erster Australier bei Winterspielen den Sieg davontrug. Eine kleine Sensation war auch der Sieg der erst 15-jährigen Koreanerin Gi-Hyun Ko über 1.500 m der Damen, die damit die favorisierten Chinesinnen düpierte.

    CURLING: Die Curling-Turniere endeten jeweils überraschenden Erfolgen für Norwegens Herren (sie schlugen im Finale Topfavorit Kanada) und die britischen Damen (im Finale 4:3 gegen die favorisierte Schweiz).

    FREESTYLE: Alisa Camplin holte im Springen für Australia das zweite Gold. Ebenso sensationell triumphierte der Tscheche Ales Valenta bei den Herren. Der 29-Jährige stand als erster Mensch bei Winterspielen eine Fünffach-Kombination und gewann bei Olympia seinen ersten wichtigen internationalen Wettkampf.

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