Haupt für "unabhängige Alterssicherung für Frauen"

25. Februar 2002, 14:51
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SP-Prammer fordert Alterssicherung durch "Berufstätigkeit statt Pensionssplitting"

Wien - Für eine unabhängige Alterssicherung für Frauen hat sich am Montag Generationenminister Herbert Haupt (F) in seinem Eröffnungsreferat der Tagung "Chancengleichheit älterer Frauen in Österreich" ausgesprochen. Gleichzeitig plädierte er für einen verbesserten Bildungszugang. Die zweitägige Veranstaltung soll die Öffentlichkeit für die Anliegen älterer Frauen in Österreich sensibilisieren. Die Ergebnisse der Arbeitskreise werden in den österreichischen Seniorenplan einfließen und in weiterer Folge auf EU-Ebene Beitrag sein für die Welt-Alterskonferenz, die im April in Madrid stattfindet.

Haupt betonte, er wolle sich "mit Nachdruck" dafür einsetzen, dass Frauen, die sich der Kindererziehung oder der Pflege älterer Angehöriger widmen, das Recht auf eine eigene Pension bekommen. Der berufstätige Partner soll künftig seine Ansprüche mit seiner Partnerin teilen. Derzeit seien 40 Prozent der Frauen ab 60 Jahren ohne Eigenpension. Zudem sollen politische und gesellschaftliche Teilhabechancen älterer Frauen verbessert werden.

Ein weiterer wichtiger und verbesserungswürdiger Punkt sei der gleichberechtigte Zugang älterer Frauen zur Bildung, so Haupt. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass es keinerlei Unterstützung in Form von Studienbeihilfe für die "erfolgreichen Seniorenstudenten" gebe: "Denn die Trennlinien der Zukunft liegen nicht zwischen Alt und Jung, sondern zwischen Wissen und Nichtwissen".

SPÖ: "Berufstätigkeit statt Pensionssplitting"

Als "fixe Idee" bezeichnete die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer die Forderung nach "Pensionsteilung". Der Schwerpunkt der Alterssicherung müsse auf die Förderung der eigenständigen Berufstätigkeit der Frauen gelegt werden, diese Einschätzung teilten auch die Mehrheit der ExpertInnen, so Prammer.

Sie reagierte damit auf die von Generationenminister Herbert Haupt am Montag formulierte Forderung nach Alterssicherung für Frauen, durch Teilung der Ansprüche des berufstätigen Partners. "Ein Abhängigmachen der Frauenpension von der Pensionshöhe des Mannes würde diese erst recht wieder von ihrem Mann abhängig machen", so Prammer. Der Sozialminister solle sich endlich damit abfinden, dass die Frauenberufstätigkeit "nicht verwerfliche Selbstverwirklichung ist, die Frauen daran hindert, die Geburtenrate zu steigern", so Prammer. (APA)

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